Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hebammen helfen auch bei einer Geburt im Rettungswagen. Arnold
+
Hebammen helfen auch bei einer Geburt im Rettungswagen. Arnold

Main-Kinzig

Main-Kinzig-Kreis: Rettungsdienst und Hebammen kooperieren

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
    schließen

Ein Pilotprojekt soll die Versorgung außerhalb der Klinik verbessern.

Viele Kinder kommen ein paar Tage früher oder später als geplant zur Welt. Es handelt sich in der Regel nicht um einen klassischen Notfall, und dennoch werde mangels Alternativen oft der Rettungswagen gerufen, sagt Manuel Wilhelm, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts im Main-Kinzig-Kreis. Bei einer normal verlaufenden Geburt sollte der Notarzt eine Hebamme hinzuziehen, so sieht es auch das Gesetz vor. Doch in der Praxis war dies meistens nicht möglich, etwa weil Hebammen keine Zeit oder offene Fragen hatten, zum Beispiel im Hinblick auf versicherungstechnische Aspekte.

Ein Pilotprojekt im Kreis, von Wilhelm angeregt und mit dem Verband der Hessischen Hebammen und dem Kreisverband verwirklicht, soll die Probleme lösen: „Hebamme vor Ort“. Ziel sei es, Hebammen zu finden, die bereit seien, bei Einsätzen außerhalb von Kliniken mitzuwirken, alle Fragen zur Zusammenarbeit zu klären und diese zu evaluieren. „Damit wollen wir die gesundheitliche Versorgung im Kreis weiter verbessern und den Wunsch der werdenden Mütter erfüllen“, so Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD).

Auf einer Liste des Main-Kinzig-Kreises werden derzeit etwa 60 Hebammen geführt. Auf ein Rundschreiben des Kreisverbands hin haben sich bislang zehn beim Rettungsdienst für das neue Projekt registrieren lassen. Es sei möglich, eine Anfrage abzulehnen. Zudem müssten die Hebammen nicht die ganze Zeit erreichbar sein, unterstreichen Birgit Langer und Lea Korn, die Vorsitzenden des Kreisverbands der Hebammen. Die Interessierten können etwa bestimmen, ob sie tagsüber oder 24 Stunden und in welchem Radius sie eingesetzt werden können. Vor allem aber sind sie nach Angaben des Kreises über diesen in unbegrenzter Höhe haftpflichtversichert. Die Versicherungsschutz gelte, bis die Hebamme ihre Hilfe beende oder der Rettungsdienst ihr die Betreuung überlasse und seinen Einsatz beende. Ihre Leistungen können die Hebammen mit der Krankenkasse der Mutter abrechnen.

Gibt es keine Komplikationen, treffe die Hebamme die Entscheidungen vor Ort und werde vom Rettungsteam unterstützt. Bei einem Notfall, etwa wenn eine Reanimation nötig ist, übernähmen die Notarzt:innen die Leitung.

Grundsätzlich sei ein Transport in die Klinik vorgesehen, doch wenn die Geburt weit fortgeschritten sei, könne sie auch zu Hause oder im Rettungswagen erfolgen. Dessen Ausrüstung sei dafür geeignet und werde noch erweitert, sollte dies nach Ansicht des Hebammenverbands notwendig sein. Seit Projektstart im November 2021 gab es laut Wilhelm fünf Alarme: Einmal betreute eine Hebamme eine Geburt mit dem Rettungsdienst. In den vier weiteren Fällen sei keine weitere Zusammenarbeit notwendig gewesen oder die Klinik sei vor der Geburt erreicht worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare