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Susanne Simmler (SPD) ist Diplom- Pädagogin und seit 2013 hauptamtliche Dezernentin.  

Main-Kinzig

Main-Kinzig: Deutliche Mehrheit für SPD-Frau Simmler

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Die Erste Kreisbeigeordnete im Main-Kinzig-Kreis wird für sechs weitere Jahre gewählt. Neben Lob für Susanne Simmler gibt es Kritik an der großen Koalition.

Susanne Simmler (SPD) sprach von einem „großen Vertrauensbeweis“ und versprach, weiter im Sinne der Sache und damit der Bürger des Main-Kinzig-Kreises zu arbeiten. Mit ihrem Team und über Fraktionsgrenzen hinweg.

In der Sitzung des Kreistages am Freitag ist die Erste Kreisbeigeordnete klar für weitere sechs Jahre gewählt worden. Die neue Amtszeit beginnt im April 2020. Unter den 78 abgegebenen Stimmen waren 61 Jastimmen, 14 Neinstimmen und drei Enthaltungen. Simmler weiß die rot-schwarze Koalition hinter sich, die bei kompletter Anwesenheit über 52 von 87 Sitzen verfügt. Die 43-Jährige erhielt also auch Stimmen aus anderen Fraktionen. Die AfD mit zwölf Abgeordneten dürfte nicht darunter gewesen sein.

Linken-Fraktionschef Andreas Müller attestierte Simmler, sich für fortschrittliche Positionen einzusetzen, FDP-Fraktionschef Kola Saß lobte ihre Sozialpolitik, etwa die Qualifizierung und Vermittlung Erwerbsloser. Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Klaus Schejna Simmler als „Glücksfall für den Kreis“ bezeichnet. Sie werde sowohl von sozialen Institutionen als auch von der Wirtschaft geschätzt. Als Verdienste nannte er etwa die Gründung der Spessart-Tourismus- und Marketing-GmbH, Projekte für Umweltschutz und den Ausbau des Pflege- und Hospiznetzes.

Gegenüber der Ersten Kreisbeigeordneten fielen so gut wie keine kritischen Töne, aber gegenüber der Koalition. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Reiner Bousonville hob Simmlers Einsatz für wohnortnahe Pflege und die Initiative „Main-Kinzig blüht“ für den Erhalt der Biodiversität hervor. Simmler könne „eine Brücke“ zu einer rot-grünen Koalition ab 2021 sein, sagte Bousonville.

Gleichwohl wünsche er sich von ihr eine noch klarere Position beim Ausbau der Windkraft – einem von mehreren wichtigen Themen, bei denen Rot-Schwarz „unambitioniert“ arbeite und somit bremse. Simmler, die mit ihrer Familie in Hanau lebt, folgte 2013 auf ihren Parteikollegen André Kavai, der als Geschäftsführer zum RMV wechselte. Als Dezernentin ist Simmler, die einst den Wahlkampf des früheren Landrats Erich Pipa (SPD) organisiert hatte und Geschäftsführerin der Breitband Main-Kinzig-GmbH war, vor allem für Sozial- und Umweltpolitik, Tourismus und Integration zuständig. Vor der Landtagswahl 2018 berief SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sie in sein Schattenkabinett.

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