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Zahid Khan auf dem Schlossplatz mit großem Abstand zum Publikum und dem Protest der Antifacism Action.
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Zahid Khan auf dem Schlossplatz mit großem Abstand zum Publikum und dem Protest der Antifacism Action.

Hanau

Mahnung in die Leere

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der selbsternannte Islamkritiker Zahid Khan hatte am Samstagvormittag auf dem Schlossplatz seinen großen Auftritt. Das Adjektiv „groß“ ist nur auf die räumliche Dimension zu beziehen.

Der Platz vor der Stadtbibliothek und dem Congress Park war seit den Morgenstunden für den Verkehr gesperrt. Parken war dort bis zum Ende der Kundgebung nicht erlaubt. Bereits Tage zuvor hatte Khan, der auch ein Buch zu seiner Theorie zu verkaufen hat, mächtig die Werbetrommel zur Veranstaltung gerührt, in vielen, wenn nicht gar allen Briefkästen der Stadt wurde die Ankündigung gesteckt, parkende Autos bekamen diese an den Scheibenwischer geklemmt.

Dennoch kam nur eine Handvoll Menschen. Manch einer blieb auf seinem Weg vom Wochenmarkt stehen, um sich Khans Gedankenwelt anzuhören. Wer den Platz nur passierte, ließ auch schon mal die Hand vor der Stirn kreisen.

Doch bevor der selbsternannte Prophet (Khan über Khan auf einem Poster: „Zahid Khan ist der neue Prophet“) auftrat, gab es ein Vorprogramm mit Einpeitscher Guido. Wer nun die Augen schloss, konnte nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, liest der Mann aus dem Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ oder schwadroniert da jemand von der ganz rechten Sorte etwa über den Kinderreichtum der Muslime, die allein auf diese Weise die deutsche Gesellschaft in den Islam pressen will.

Keine Bedrohung im Vorfeld

Nach Guido kam Markus, selbsternannter Integrationserklärer und später von Khan ernannter Dolmetscher. Dann kam er aber, Zahid Khan. Der „neue Prophet“ erschien ziemlich unspektakulär im schwarzen Sweatshirt und verwaschenen lila Jeans sowie Baseball-Kappe auf dem Haupt. Auf englisch sprach Khan mit schriller Stimme in die Leere des Platzes. Kahn warnte vor der „giftigen Lehre“ des Propheten Mohammed, der Unterwanderung der Demokratie durch Salafisten und vor der Anwendung der Scharia hierzulande. Khan sieht sich zum Mahnen von Gott beauftragt, wie er bei früheren Gelegenheiten erklärte.

Zwei Absperrungen, eine mit rot-weißem Flatterband und eine aus Metallgitter, die Khans Gefolge selbst mit gebracht hat, schirmten ihn von den Zuhörern ab, denen er sich zudem nie auf weniger als 15 Metern näherte.

Niemand durfte sich in der Sicherheitszone aufhalten. Es habe drei Mordanschläge auf ihn gegeben, berichtete der Pakistani Khan in seiner Rede, die er ab diesem Punkt überwiegend auf deutsch hielt. Vor ein paar Monaten stellte sich vor dem Landgericht Darmstadt heraus, dass offenbar zumindest ein Attentat auf Khan eine Art PR-Coup gewesen sei.

Rund drei Dutzend Beamte

In Hanau hielt die Polizei es dennoch für angebracht, mit rund drei Dutzend Beamten potenzielle Angreifer abzuschrecken. Doch es blieb friedlich. Selbst der Protest einer kleinen Schar junger Leute, die der Antifa-Szene zuzurechnen waren, blieb eine friedliche Randnotiz. Auf Wunsch der Polizei, verzichteten sie ohne Gemaule auf das Schild „Khan stinkt“. Das sei beleidigend, erklärte ein Beamter.

„Im Vorfeld der Kundgebung gab es keine Hinweise auf eine Bedrohung“, sagte Ordnungsamtleiter Thorsten Wünschmann auf Anfrage der FR. Obwohl Khan zuvor andernorts vor ähnlich kleinem Publikum ungestört gesprochen habe, gelte er weiterhin als gefährdete Person, begründete er den Aufwand. Angriffe aus dem Publikum gab es nur in Form von Fragen, in denen man Khan gesittet auf die Widersprüche in seinen Behauptungen verwies.

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