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Mahnmal für den Frieden

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Bad Vilbel Grüne fragen im Stadtparlament nach der Zukunft des Kriegerdenkmals im Kurpark

Es sieht aus wie ein monströser Schlot, der aus dem Rasen ragt. Auf der Spitze thront ein Eisernes Kreuz, an den Seiten sind je drei stahlbehelmte Soldaten in den Stein gehauen. An der Front prangt die Gravur „Den gefallenen Helden Ehre und Dank“, in einer Schrift, die damals wohl als zeitgemäß galt – damals, als das Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gestorbenen Vilbeler Soldaten in den Kurpark geklotzt wurde, fünf Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Über den Sinn und Zweck von Kriegerdenkmälern lässt sich generell streiten. Hierin aber waren sich alle Parteien einig. Es sollte etwas passieren mit diesem Relikt aus dem Nationalsozialismus. Einstimmig beschloss das Stadtparlament, das Areal neu zu gestalten und mit einer Informationstafel in den historischen Kontext einzuordnen. Das war 2007. Passiert ist bisher nichts. Das Denkmal, das im Juli 1934 mit viel Nazi-Tamtam eingeweiht wurde, steht weiterhin unkommentiert in der Parklandschaft.

Kunzmann sagt „sorry“

„Vier Jahre Geduld sind genug, jetzt muss man die Sache endlich angehen“, fordert Hannelore Rabl, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtparlament. Der Appell gilt auch dem Heimat- und Geschichtsverein, der sich federführend um ein Konzept kümmern sollte, um dieses „zu gegebener Zeit“ umzusetzen. Doch als mit dem Römermosaik und dem Römerspielplatz in unmittelbarer Nähe allerlei Geschichtliches für Groß und Klein geschaffen wurde, hat man diesen Anlass nicht genutzt, auch Vilbels braune Spuren im Kurpark zu beleuchten.

Die Grünen wollen nun wissen, warum. Ihr Antrag wird in der öffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, 18 Uhr, behandelt. „Asche auf mein Haupt“, sagt Claus-Günther Kunzmann (CDU), der als Kulturamtsleiter und Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins in zweierlei Hinsicht für die Angelegenheit zuständig ist. Zwar habe er sich „sukzessive“ damit befasst, vor einem halben Jahr habe er sogar noch Originaldokumente erhalten, darunter die Entwürfe des Frankfurter Bildhauers Paul Seiler. „Doch aus Zeitgründen konnte ich dem Denkmal keine Priorität einräumen.“

Zudem suche er noch Material darüber, was mit der NS-lastigen Säule nach 1945 geschah, etwa wann genau die Hakenkreuze und die beiden Opferschalen entfernt wurden. Im Frühjahr werde er das Konzept und den Text für die Informationstafel vorlegen, verspricht Kunzmann.

Hannelore Rabl hofft, dass dann aus dem Kriegerdenkmal ein „Mahnmal für den Frieden“ wird. „Ein Mahnmal, das nicht der Verklärung und Heldenverehrung dient, sondern aufzeigt, was Krieg bedeutet.“

Dies, so Rabl, sei schließlich nicht nur angesichts der Bundeswehreinsätze im Kosovo oder in Afghanistan aktuell.

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