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Die Schadstelle in der Eichendorffstraße ist provisorisch abgesichert.

Maintal

Löcher und Risse tun sich auf

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Vor wenigen Tagen sind in der Eichendorff- und Hermann-Löns-Straße in Dörnigheim offene Schäden entstanden. Dabei ist die Hermann-Löns-Straße ohnehin schon eine Flickwerk-Holperstrecke.

Abgründe tun sich zwar keine auf, aber beunruhigende Risse und Löcher. Vor wenigen Tagen sind in der Eichendorff- und Hermann-Löns-Straße in Dörnigheim offene Schäden entstanden. Dabei ist die Hermann-Löns-Straße ohnehin schon eine Flickwerk-Holperstrecke.

Das rief die Wahlalternative Maintal (WAM) auf den Plan. Sie glaubt an Störungen im Kanalnetz als Ursache. „Wenn der Untergrund zwischen Straßenoberfläche und Kanal die Verkehrsbelastungen nicht mehr auffangen kann, werden durch den Druck die Kanalrohre verschoben. Das nun durch diesen Untergrund fließende Wasser schwemmt das Erdreich weg, es entsteht zuerst eine Delle in der Straße. Später bricht dann die dünne Asphaltdecke ein“, analysiert der WAM-Stadtverordnete Klaus Seibert. Würde das nicht sofort repariert, werde weiteres Erdreich weggespült und der Straßeneinbruch vergrößere sich. Die WAM fragt nun, ob die Kanäle oft genug kontrolliert würden.

Weit zurückliegende Bausünden

Die Stadtverwaltung bestätigt, dass die Schäden offenbar durch Undichtigkeiten im Kanalnetz entstanden. In den Sommermonaten komme es oft zu Verformungen und Einbrüchen im Asphalt wegen darunter befindlicher Hohlräume.

Die würden sich aber nicht in kurzer Zeit, sondern über viele Jahre bilden. Ursache seien aber nicht Einbrüche oder Verschiebungen in den Kanälen, sondern Undichtigkeiten an Hausanschlüssen oder Abzweigen, die nicht richtig verschlossen worden seien. Früher seien beispielsweise einfach Bretter vor einen nicht benötigten Anschluss gestellt worden. Diese verfaulten im Laufe der Zeit, es kann immer mehr Wasser austreten und Erdreich weggespült werden. „Die Schäden heute sind oft durch Bausünden von vor Jahrzehnten entstanden“, so die Verwaltung. Ihre genauen Ursachen ließen sich aber erst nach dem Freilegen des Rohres feststellen.

In der Eichendorffstraße sei der Hauptkanal 2006/2007 erneuert worden, das war vor der Novelle der sogenannten Eigenkontrollverordnung (EKVO) im Jahr 2010. Daraufhin sei für einen kurzen Zeitraum die Untersuchung der Hausanschlussleitungen verpflichtend gewesen. Obwohl es hier noch keine endgültige Gesetzeslage gebe, würden in Maintal seit mehreren Jahren bei Erneuerungen des Hauptkanals die privaten Hausanschlüsse mituntersucht, um mögliche Schäden gleich zu beheben.

„100-prozentige Sicherheit, dass wirklich jeder Schaden festgestellt wird, gibt es auch mit Kamerabefahrung nicht, zusätzliche Sicherheit gibt es nur, wenn alle Anschlussleitungen grundsätzlich erneuert würden“, heißt es von der Pressestelle. Das würde aber Kosten für die Anwohner bedeuten, weil laut Entwässerungssatzung die Hausanschlüsse bis zum Hauptkanal den Grundstückseigentümern gehören, die für deren Unterhalt zuständig seien. Reparaturarbeiten in der Waldsiedlung seien in Auftrag gegeben, es gebe derzeit bei der Firma aber Verzögerungen wegen der Urlaubszeit. Eine wesentliche Verschlimmerung der Schäden sei an den beiden Stellen jedoch nicht zu erwarten, heißt es.

Maintal investierte jährlich mehrere Millionen Euro in die Kanalsanierung. Allein in diesem Jahr würden für mehr als 750 000 Euro Schäden mittels Inliner-Verfahren saniert. Dabei werden schadhafte Rohre von innen neu ausgekleidet. Vorteil: Die betroffene Straße muss nicht aufgegraben werden.

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