Irene Morgenstern hat jahrzehntelange Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen.
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Irene Morgenstern hat jahrzehntelange Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen.

Maintal

Lobbyistin für Kinder

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Irene Morgenstern, die ehemalige Leiterin der Bischofsheimer Waldschule, ist die neue ehrenamtliche Kinderbeauftragte der Stadt Maintal.

Wie viele Flüchtlingskinder gibt es in Maintal? Wo sind sie? Sind sie in den Schulen angekommen? Wie werden sie betreut? Das sind mit die ersten drängenden Fragen, denen sich Irene Morgenstern widmen möchte. Sie ist die neue ehrenamtliche Kinderbeauftragte der Stadt Maintal.

Die 63-jährige ehemalige Leiterin der Bischofsheimer Waldschule wurde jetzt von Bürgermeisterin und Vorgängerin Monika Böttcher (parteilos) vorgestellt. Morgenstern ist für fünf Jahre vom Magistrat berufen, um sich um die Belange der Kinder und Jugendlichen zu kümmern. „Parteiunabhängig, aber parteiisch für die Kinder und Jugendlichen. Neutral und direkt“, sagt die Mutter einer erwachsenen Tochter und einfache Oma.

Unterstützung von Geburt bis zur Volljährigkeit

Als Lehrerin habe sie zwar jahrzehntelang mit Kindern und Jugendlichen zu tun gehabt, „aber immer aus Sicht der Institution Schule heraus“. Nun wolle sie die Stadt direkt aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen betrachten und ihre Interessen vertreten, das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen suchen, um ihre Wünsche, Anregungen, Bedürfnisse aufzunehmen. „Ich möchte Kinder und Jugendliche von der Geburt bis zur Volljährigkeit in allen Belangen unterstützen und verstehe mich als deren Sprachrohr in Öffentlichkeit, Politik und Gesellschaft.“ Wie ihre Vorgängerinnen hat Irene Morgenstern als Kinderbeauftragte Rederecht in allen relevanten Ausschüssen und Gremien, im Beirat kinderfreundliches Maintal sowieso.

Sie kündigt an, die bereits von Monika Böttcher angestoßenen Projekte und Aktivitäten fortzusetzen, zu unterstützen und auszubauen, beispielsweise die sogenannten Leon-Hilfe-Inseln, jene Anlaufstationen für Kinder in Notlagen in vielen Geschäften und bei Dienstleistern. Davon gibt es bereits 170 in Maintal, somit praktisch flächendeckend.

Heidrun Barnikol-Veit, Leiterin des Fachbereiches Kinder, Familie und Jugend, unterstreicht die Bedeutung dieses Ehrenamts für alles Denken, Planen und Handeln der Verwaltung. „Für uns ist es wichtig, dass es jemanden gibt, der einen unverstellten und kritischen Blick von außen hat.“

Die heutige Bürgermeisterin Monika Böttcher war bis Ende 2015 sechs Jahre lang Kinderbeauftragte. Sie erinnert daran, dass Maintal ab 1. Mai 1990 die erste Kommune in Hessen war, die mit der inzwischen verstorbenen Editha Kaudelka eine Kinderbeauftragte hatte. Sie war von 1961 bis 1989 Erzieherin und Leiterin der Kita Eichendorffstraße, 2006 wurde sie zur ersten Ehrenkinderbeauftragten Hessens ernannt. Sie habe das Bild der Kinderbeauftragten wie keine andere geprägt – nicht nur in Maintal, sondern als Vorreiterin in ganz Hessen.

Ohne Berührungsängste und mit unkomplizierter Art habe sie sich die Türen zu allen Bereichen geöffnet, von der Stadtverwaltung und den politischen Gremien über die Kindertagesstätten, Vereine und Verbände bis hin zu den Schulen. Als Kinderbeauftragte erhielt Kaudelka bereits im November 1994 die Ehrenmedaille der Stadt Maintal in Silber, im Januar 1998 den Ehrenbrief des Landes Hessen sowie im August 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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