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Evonik bildet junge Menschen zu Chemie-, Metall-, und Elektrofacharbeitern aus.
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Evonik bildet junge Menschen zu Chemie-, Metall-, und Elektrofacharbeitern aus.

Hanau

DGB liest Statistik genau

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Laut Statistik stehen 677 „unversorgte Bewerber“ 516 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. DGB-Jugendbildungsreferent Tobias Huth sieht Interpretationsraum bei den Ausbildungs-Zahlen.

In einigen Firmen hat das Ausbildungsjahr bereits begonnen, in anderen geht es bald los. Dort, wo Interessenten und Anbieter zusammengekommen sind, starten die Jugendlichen voller Elan in den neuen Lebensabschnitt.

Doch längst nicht alle interessierten jungen Menschen haben eine Lehrstelle gefunden. Und auch nicht alle Firmen haben ihre freien Stellen besetzen können. Das zeigt für den Bereich Hanau die 26 Seiten starke Statistik, die die zuständige Arbeitsagentur Ende Juli veröffentlichte: 677 „unversorgten Bewerbern“ stehen 516 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Das heißt aber nicht, betont DGB-Jugendbildungsreferent Tobias Huth, dass alle anderen der 3381 jungen Leute, die sich für eine Ausbildungsstelle interessiert hatten, eine bekommen hätten. Er hat sich die Statistik genau angeschaut und sagt: „Von den 3381 Jugendlichen haben effektiv 1201 eine duale Berufsausbildung begonnen.“ Das sei eine „sehr schlechte Quote“, sagt Huth.

Und auch wenn Arbeitgeber und Arbeitsagentur darauf hinweisen, dass sich gerade in den letzten Wochen vor Ausbildungsbeginn noch einiges verschieben wird, Huth hat eine grundsätzliche Kritik: Nach Ansicht des DGB sind mehr Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehrstelle, als es die Agentur auf den ersten Blick darstellt. Für die Agentur gelten 677 Bewerber als unversorgt.

Für Huth sind es aber rund 1000. Denn er zählt auch die 360 Personen dazu, die in der Spalte „Bewerber mit Alternative“ stehen. Diese jungen Leute haben zwar gesagt, dass sie auch etwas anderes machen könnten wie ein Praktikum oder Auslandsjahr. Aber eigentlich wollten sie einen Ausbildungsplatz, bestätigt die Agentur.

40 Prozent melden sich nicht

Und Huth weist auf eine weitere Zahl hin: Bei rund 1340 Jugendlichen, also 40 Prozent der Interessenten, ist gar nicht bekannt, was aus ihnen geworden ist. Sie rangieren in der Statistik unter „ohne Angaben eines Verbleibs“. Huth geht davon aus, dass sie oft „in Arbeitslosigkeit, Leiharbeit oder Niedriglohnjobs gekommen sind“. Die Agentur für Arbeit müsse sich mehr um sie kümmern, fordert er. Nötig sei eine „aktive Arbeitsmarktpolitik“, damit dieses „große Potenzial“ auch gehoben werden könne.

Die Agentur kümmere sich durchaus um diese Bewerber, widerspricht Agentur-Sprecherin Regina Umbach-Rosenow. Die Berufsberater versuchten sehr intensiv, Informationen zu bekommen: „Wir telefonieren jedem Bewerber dreimal nach.“ In Hanau sei dafür extra jemand eingestellt worden. Doch viele seien nicht zu erreichen und meldeten sich auch nicht von selbst, wenn sie zum Beispiel über andere Wege eine Stelle gefunden hätten. „Viele Betriebe inserieren nicht in der Jobbörse der Arbeitsagentur“, heißt es auch bei der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.

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