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Letztes Forum zum Staudinger-Ausbau

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Schöner Schein: Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg.
Schöner Schein: Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg. © S. Rheker

Das moderierte Staudinger-Forum zum Ausbau des Kraftwerks wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dabei besteht vor allem aufseiten der Gegner des Standorts nach wie vor Gesprächsbedarf. Sie glauben nicht, dass Eon die Kohle ganz fallenlässt.

Von Christoph Süß

Das war das letzte Forum“, sagt Ralf Eggert. Fünfeinhalb Jahre lang hat er mit seiner Bensheimer Beratungsfirma Ifok die Diskussion zwischen Staudinger-Betreiber Eon und der Bevölkerung vor Ort moderiert. Nach 31 Sitzungen ist für ihn Schluss, doch mit den Gesprächen soll es nach dem Willen aller Beteiligten auch nach dem Aus für den Staudinger-Block 6 weitergehen.

„Den Standort wird es weiter geben“, sagt Jörg Wörner vom Solarverein. Eon halte weiter an dem Kohlekraftwerk fest und habe keine Absicht, Staudinger aufzugeben, auch wenn es mit deutlich weniger Mitarbeitern weitergehen wird. Nach Angaben eines Eon-Sprechers wird die Zahl von derzeit über 200 nach der Entscheidung gegen den Ausbau auf unter 150 fallen.

Die Gemeinde Großkrotzenburg, auf deren Gebiet das Kraftwerk steht und in der das letzte Forum stattfand, hat bis zuletzt an den Treffen teilgenommen. Der Kreis hatte seine Mitgliedschaft seit geraumer Zeit ruhen lassen. Vor allem konfessionelle Gruppen und Umweltverbände nahmen weiter daran teil, obwohl es gerade bei den ersten Sitzungen hoch her gegangen war. „Am Anfang haben beide Seiten erst mal ihre Meinungen zu Block 6 ausgetauscht“, erinnert sich Moderator Eggert. Danach sei es sachlicher zugegangen, beide Seiten hätten viel voneinander gelernt. „Im Nachhinein stellt sich die starre Haltung von Eon für den Konzern als Fehler dar“, konstatiert Pfarrer Heinz Daume.

Die Umweltverbände wurden letzten Endes in ihrer Einschätzung bestätigt, dass sich ein neuer Kohleblock nicht rechnet. So gab Eon beim letzten Forum wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung gegen den Neubau an. „Die Marktsituation ist schlecht“, sagte der Eon-Sprecher. Der alte Kohleblock 1 wird noch bis April laufen. Dann gibt es nur noch den Gasblock 4 und den Kohleblock 5.

Jörg Wörner hat sich im Forum stets für ein kombiniertes Kraftwerk mit konventionellen und alternativen Energieträgern ausgesprochen. Er glaubt trotz der Block-6-Entscheidung nicht, dass Eon die Kohle so schnell fallen lassen wird. „Es gibt weiter Themen“, sagt der Chemiker, der am liebsten Solaranlagen auf dem Staudinger-Gelände sähe. Entsprechende Pläne für das Dach des Kohlelagers hat Eon aber vor ein paar Jahren ad acta gelegt.

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