Schon ab sechs Jahren können Kinder nun zur Feuerwehr.
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Schon ab sechs Jahren können Kinder nun zur Feuerwehr.

Hanau

Lernen und spielen

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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In Hanau können Kinder nun schon mit sechs Jahren zu freiwilligen Feuerwehr. Knapp 50 Jungen und Mädchen machen mit.

Zu früh zu kommen, hat sich am Samstag für einige Kinder gelohnt. Auf der Rückbank eines Löschfahrzeugs konnten sie über das weiträumige Gelände der Hauptfeuerwache fahren. Freudige Gesichter schauten aus den Seitenfenstern. Der eine oder andere Passagier wird vielleicht in 15 Jahren selbst am Steuer eines solchen Lastwagens sitzen. Eine Voraussetzung dafür ist am Samstag geschaffen worden. Brandschutzdezernent und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und die Feuerwehrleitung, allen voran Stadtbrandinspektor Peter Hack, unterzeichneten im Rahmen einer Feier die Gründungsurkunde für eine Kinderfeuerwehr.

Von nun an können Mädchen und Jungen schon ab sechs Jahren der Feuerwehr beitreten. Zuvor betrug das Eintrittsalter zehn Jahre – Jüngere mussten nach Bruchköbel gehen, wo bereits seit 2002 eine Bambini-Gruppe besteht.

Gruppen in drei Stadtteilen

Das Projekt läuft in Hanau nicht flächendeckend an. Zurzeit wird nur in Wolfgang, Mittelbuchen und Großauheim eine Kinderabteilung eröffnet. Feuerwehrchef Hack sagte der FR, dass die Kinderwehr in diesen Stadtteilen aus einer Elterninitiative entstanden ist.

In Mittelbuchen sei hingegen der Feuerwehrverein aktiv geworden. Mit 22 Kindern ist dort die größte Abteilung entstanden, gefolgt von der in Großauheim (15) und Wolfgang (12), so Hack. Die Kosten der Kinderwehr, über die keine Angaben gemacht wurden, wollen die Wehren und die Stadt gemeinsam tragen. Ob das Angebot schon bald auf ganz Hanau ausgeweitet wird, ließ Hack offen. Denn dafür sind im Umgang mit jungen Kindern erfahrene und feuerwehraffine ehrenamtliche Betreuer nötig. In Mittelbuchen hat etwa Natalie Krieger diese Aufgabe übernommen. Die Grundschullehrerin gehörte mal selbst der aktiven Truppe an.

„Wir veranstalten zweimal im Monat ein Treffen mit den Kindern“, erzählte sie. In den jeweils ein bis zwei Stunden stehen Brandschutzerziehung sowie Spiel und Spaß auf dem Programm. Die Kinder lernen, sich in einer Notsituation richtig zu verhalten oder dass sie angesichts des schaurigen Schnaufens der Feuerwehrkollegen mit dem Atemschutzgerät nicht vor Angst weglaufen müssen.

Branderziehung und Eisessen

Mit zunehmendem Alter werden die Grundschüler an den Übungen der etwas älteren Jugendgruppen teilnehmen können. Aber auch Ausflüge, Eisessen oder gemeinsames Pizzabacken und Kommunikationsspiele gehört zu den Treffen, bemerkte Krieger. Denn früh sollen soziales Miteinander und die Teamfähigkeit gefördert werden.

Das neue Hobby des Nachwuchses fördert das Image der Institution, die in Hanau aus ehrenamtlichem und hauptberuflichem Personal besteht.

Brandinspektor Hack stellte fest. „Eltern und Familienangehörige bekommen auf einmal ein ganz anderes Verhältnis zur Feuerwehr.“ Für die Familie des sechsjährigen Lenard trifft dies weniger zu. Sein Vater war bis vor dem Umzug nach Hanau vor einem Jahr bei der Feuerwehr ehrenamtlich tätig.

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