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Andreas und Kathrin haben im Rahmen des Projekts "Schule und Beruf" ein Praktikum bei der Firma Dunlop absolviert.
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Andreas und Kathrin haben im Rahmen des Projekts "Schule und Beruf" ein Praktikum bei der Firma Dunlop absolviert.

Tümpelgartenschule

Lernen, was Spaß macht

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Die Tümpelgartenschule bietet seit 20 Jahren das Projekt „Schule und Betrieb“ an. Die Hanauer Haupt- und Realschule war damit eine der ersten überhaupt, die auf diese Weise Praxis in ihren Lehrplan integrierte.

Kreativ müsse man sein, um als Erzieherin arbeiten zu können, über Verantwortungsbewusstsein verfügen – und über Durchsetzungsvermögen, „wenn die Kinder mal nicht hören wollen“, sagt Lisa, Schülerin der neunten Klasse am Realschulzweig der Tümpelgartenschule. Zusammen mit Artur aus der zehnten Klasse hat sie von September 2010 bis zum März dieses Jahres im Rahmen des Projekts „Schule und Betrieb“ jeweils einen Tag pro Woche den Alltag in der Kinderburg Fallbach kennengelernt. „Wir haben mit den Kinder gemalt, gespielt, nach Jahreszeiten gebastelt, ihnen vorgelesen und beim Umziehen vor und nach dem Sport geholfen“, erzählt Lisa. Ihr Schulfreund Artur ist deshalb der Ansicht, dass man im Unterricht „gut in Kunst, Musik und Biologie sein sollte“, wenn man diesen Beruf ergreifen wolle.

Auch ihm hat die Arbeit Spaß gemacht, als Manko empfindet er allerdings den Lärmpegel in einer Kindertagesstätte. „Mir war das zu laut und etwas zu stressig“, erzählt Artur – und würde sich deshalb für eine andere Ausbildung entscheiden: „Ich würde am liebsten noch mehr Praktika machen.“

22 Unternehmen beteiligt

Um dieses Ausprobieren praktischer Arbeit und das Kennenlernen der spezifischen Erfordernisse eines Berufs geht es bei dem Projekt„Schule und Betrieb“, das seit 20 Jahren an der Tümpelgartenschule besteht; gestern wurde dort das Jubiläum gefeiert. Die Hanauer Haupt- und Realschule war damit eine der ersten überhaupt, die auf diese Weise Praxis in ihren Lehrplan integrierte.

Und so funktioniert es: Schüler der neunten und zehnten Klassen verbringen ein halbes Jahr lang jeweils einen Tag in einem Betrieb. Dabei sollen sie erfahren, ob ihnen eine bestimmte Tätigkeit zusagt, sie dafür geeignet sein – und ob sie möglicherweise diesen Beruf auch erlernen wollen.

Kathrin aus der zehnten Klasse hat ihren Ausbildungsplatz bereits in der Tasche; gesichert hat sie ihn sich in eben jenem halben Jahr bei der Firma Dunlop. Das Feilen und Sägen hat dem zierlichen Mädchen gefallen. Im September wird sie ihre Ausbildung als Verfahrensmechanikerin beginnen. Andreas, der mit ihr das Praktikum bei Dunlop absolviert hat, fand die Tätigkeit dagegen zu anstrengend: „Das ging in die Schulter.“ Er will sich etwas anderes überlegen und hat dafür auch Zeit, denn Andreas besucht erst die neunte Klasse.

Vor 20 Jahren sei die Tümpelgartenschule Vorreiter darin gewesen, frühe praktische Erfahrungen zu fördern, sagt Wirtschaftsdezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP). Seit dieser Zeit sei „Schule und Betrieb“ zu einem „Erfolgsmodell“ geworden, lobte Theo Fecher, Leiter der Naturwissenschaften und Technik im Industriepark Wolfgang. Er erinnerte sich an seine eigene Lehre, „als ich plötzlich in die Erwachsenenwelt eintreten musste und keine Gelegenheit hatte, vorher auszuprobieren“.

Schulleiterin Hanne Golez-Bodenburg hat das Projekt 1991 mitinitiiert. Einziger Partner in der Hanau Wirtschaft sei damals Dunlop gewesen, erzählt sie. In diesem Jahr beteiligen sich 22 Unternehmen und die Stadt Hanau an dem Projekt, an dem inzwischen mehr als 600 Schüler teilgenommen haben. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen sagen hinterher, sie hätten in dieser Zeit gute Einblicke erhalten und würden gerne wieder mitmachen.

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