Hanau

Lehrreiche Bustour

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„Die HanauBeweger“ unternehmen mit Geflüchteten eine soziale Stadterkundung. Anschließend kehrt die Gruppe noch in den „Brückenkopf“ zum gemeinsamen Abschluss-Grillen ein.

Stadtpläne werden herumgereicht und studiert, es wird gefragt, gelacht, geguckt und gestaunt. Und das in allen möglichen Sprachen: Eine ganz besondere Bus-Erkundungstour durch Hanau und seine Stadtteile unternahmen „die HanauBeweger“ aus Freiwilligenagentur und Seniorenbüro am Samstag.

46 neugierige große und kleine Flüchtlinge lernten so die Einrichtungen der Stadt kennen, die ihnen Zuflucht geboten hat. Es sind Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und Pakistan, viele haben ihre ehrenamtlichen Paten dabei, wie etwa Karl und Inge Paap oder Inge Krüger, die die Idee zu den von den Bewohnern der Unterkunft Sportsfield Housing gehegten Gemüse-Hochbeeten hatten. Hier wird nämlich Station gemacht, um weitere geflüchtete Menschen zusteigen zu lassen.

Unter Federführung der quirligen Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro geht es dann durch Wolfgang, Steinheim, Klein- und Großauheim, Kesselstadt bis hin zu Abstechern nach Wilhelmsbad und Mittelbuchen. Barbara Heddendorp stellt auf Englisch das Finanzamt, den Congress Park, die Volkshochschule, das Kommunale Center für Arbeit, die Schwimmbäder, das Schloss Philippsruhe und vor allem die vielen sozialen Einrichtungen vor, sowie alle die Hilfs- und Beratungsstellen, die ihren Zuhörern nützlich sein können.

Vernetzung ist wichtig

Die Hanauer Straßenbahn hat für die gut zweistündige Extratour kostenlos einen Bus mitsamt Fahrer Almir Omic bereitgestellt. Anschließend kehrt die Gruppe noch in den „Brückenkopf“ zum gemeinsamen Abschluss-Grillen ein. Die „Soziale Stadterkundung“ steht vor dem Hintergrund der bundesweiten Aktion „Seniorenbüros engagieren sich für geflüchtete Menschen“, erklärt Barbara Heddendorp, die auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros ist. „Es ist uns auch wichtig, dass die Paten etwas gemeinsam machen und sich austauschen“, erklärt die „Reiseleiterin“.

Informationen sammeln, austauschen, sich immer mehr und besser vernetzen ist die Devise. Ein alleinerziehender Vater aus Syrien sucht einmal wöchentlich Betreuung für sein Kind, eine junge Frau aus Somalia Hilfe bei der Wohnungsrenovierung, die 21-jährige Habon aus Somalia ist schwanger und möchte den Hauptschulabschluss machen, ihr 24-jähriger Mann Abdo lernt pausenlos Deutsch und möchte unbedingt Bus- oder Lastwagenfahrer werden. Petra und Thomas Höfels aus Mittelbuchen haben die Patenschaft für das junge Paar übernommen. Der Bus wird schnell zur Informationsbörse. Heddendorp kann sich vorne mit ihrem Mikro nach einer Stunde kaum noch Gehör verschaffen, weil alle miteinander im Gespräch sind und sich austauschen.

„Es ist sehr interessant und wichtig, das alles kennenzulernen“, sagt Habon. Und es wird nicht die letzte Tour dieser Art sein. Am Samstag, 17. September soll es im Rahmen der Hanauer Interkulturellen Woche eine weitere derartige Stadtrundfahrt geben.

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