Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf der Rückseite sollte ein Aufzug angebaut werden.
+
Auf der Rückseite sollte ein Aufzug angebaut werden.

Neustädter Rathaus

Leerstand auf unbestimmte Zeit

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
    schließen

Wegen des fehlenden zweiten Fluchtwegs sind die oberen Stockwerke des Neustädter Rathauses auf unbestimmte Zeit geschlossen, die Fraktionen müssen umziehen. Bei den Beratungen für den Haushalt 2014/2015 soll der Umbau wieder Thema sein.

Ein Dauerzustand soll es nicht sein: „Die Sanierung des Neustädter Rathauses wird nicht endlos verschoben“, sagt Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, der Frankfurter Rundschau, „wir haben sie nur aus dem Haushalt 2012/2013 genommen“. Das Thema bleibe aber „auf der Agenda“ und solle bei den Beratungen für den Etat 2014/2015 erneut erörtert werden.

Das bedeutet aber auch: Die Stadtverordneten, Ausschüsse und Fraktionen werden auf Jahre nicht mehr im historischen Rathaus tagen können, auch alle anderen öffentlichen Veranstaltungen im Plenarsaal sind gestrichen.

Durch die Haushaltsmisere der Kommune und den daraus folgenden Beitritt zum finanziellen Schutzschirm des Landes fehlt der Stadt Hanau das Geld, um auch nur die nötigsten Arbeiten im Neustädter Rathaus veranlassen zu können: Seit Jahresbeginn sind die oberen Stockwerke des stattlichen Barockbaus am Markt geschlossen, weil der Brandschutz nicht ausreicht und bei Feuer nur ein Fluchtweg über die Treppe nach unten besteht. Lediglich die Kunstausstellungen im Foyer sind nicht von der Schließung betroffen; ob künftig noch das Glockenspiel vom dem Dach erklingen wird, ist noch nicht geklärt.

Weil es zudem keinen Aufzug gibt und das Haus damit nicht behindertengerecht ist, muss die Lokalpolitik seit der Kommunalwahl 2011 mit ihren Sitzungen durch städtische Hallen wandern.

Mit der kompletten Schließung der oberen Geschosse müssen nun auch die Fraktionen, die ihre Besprechungsräume bisher im Neustädter Rathaus hatten, auf unbestimmte Zeit ausziehen. Die kleineren Fraktionen sollen in das ehemalige Haus des Handwerks am Schlossplatz ausweichen, für SPD und CDU bieten die Zimmer dort allerdings nicht Platz. Die Sozialdemokraten sind noch auf der Suche, die Christdemokraten treffen sich in der CDU-Geschäftsstelle in der Eugen-Kaiser-Straße.

Die Mängel des 1725 errichteten Sandsteingebäudes sind seit langem bekannt: Nach dem Wiederaufbau der Weltkriegsruine Mitte der 60er Jahre gab es nur noch kleinere Renovierungsarbeiten wie die Erneuerung der Decke und der Beleuchtung im Plenarsaal 1995.

Ein Stadtverordnetenbeschluss über die grundlegende Sanierung des Hauses lag bereits 2000 vor, ein Gutachten ebenfalls seit 2001 in der Schublade; passiert ist nichts. Mehrfach hatten die Linken in den letzten Jahren beantragt, zumindest einen Aufzug einzubauen, ohne Erfolg. Denn spätestens seit Beginn des wettbewerblichen Dialogs zum Umbau der Innenstadt 2008 planten die Verantwortlichen im Rathaus einen größeren Wurf: Ein Restaurant sollte ins historische Rathaus, die Rückseite einen kleinen Anbau bekommen, ja eventuell sogar der gesamte Hof überdacht werden. Die Kosten der verschiedenen Varianten bewegten sich je nach Umfang zwischen 5,5 und fast elf Millionen Euro.

Nichts davon wird vorerst kommen, das Rathaus steht leer: „Wir mussten diesen Entschluss jetzt treffen“, sagt Bieberle. Oppositionspolitiker der Linken und der Alternativen Fraktion monieren, die Stadt solle lieber das Rathaus sanieren als für Millionen eine Gastro- und Ladenzeile auf dem Marktplatz neu zu bauen. Für Bieberle ist das keine Option: Die Tiefgarage entspreche nicht mehr heutigen Standards und müsse modernisiert werden, sie werde mit den neuen Gebäuden verbunden: „Ohne diese Synergien hätte sich die Neugestaltung des Marktplatzes um 15 bis 20 Jahre verzögert“. Die Arbeiten sollen nach Ostern mit dem Abriss der bestehenden Pavillons beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare