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Landrat Pipa rügt späte Information

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Erich Pipa (SPD) ist Landrat im Main-Kinzig-Kreis
Erich Pipa (SPD) ist Landrat im Main-Kinzig-Kreis © dpa/dpaweb

Die Katastrophenschützer des Main-Kinzig-Kreises waren beim jüngsten Zwischenfall am Staudinger-Kraftwerk außen vor. Das will Landrat Pipa künftig ändern.

Ist der neue Staudinger-Kohlebunker wirklich „eine sichere Sache“, wie Eon behauptet? Diese Frage steht seit dem Hitze-Zwischenfall mit der Emission stinkender Dämpfe in Richtung Großauheim im Raum. Haben Betreiber und Behörden richtig und rechtzeitig reagiert? Auch das ist umstritten und beschäftigt mittlerweile sogar die Staatsanwaltschaft und die Umweltpolitiker im hessischen Landtag. Eine kritische Haltung vertritt nun auch der Main-Kinzig-Kreis, der gegenüber der Frankfurter Rundschau erstmals zu dem Vorfall Stellung nahm.

Der Kreis ist als zuständige Behörde für den Katastrophenschutz mit dem Vorfall befasst, allerdings erst im Nachhinein, wie Pressesprecher John-Karsten Mewes der FR sagte. Landrat Erich Pipa (SPD) moniert demnach, dass über das Überhitzungsproblem im Silo erst informiert wurde, als alles vorbei war. Der Katastrophenschutz habe schlicht nicht tätig werden können, etwa Messungen veranlassen und die Bevölkerung warnen, weil man nichts von den Vorgängen bei Staudinger gewusst habe. Eine Meldung sei jedoch Pflicht, sobald mit Auswirkungen außerhalb des Betriebsgeländes zu rechnen sei.

So weit wie Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), der sogar eine Stilllegung des Bunkers in den Raum stellte, will Pipa allerdings nicht gehen. Staudinger zähle nicht zu den zehn als besonders gefährlich eingestuften Störfallbetrieben im Kreis, die erweiterte Pflichten haben, regelrechte Notfall- und Alarmpläne vorweisen müssen. Besonderer Überwachung unterliegt bei Staudinger offenbar lediglich ein Tanklager mit ätzendem Ammoniak für die Rauchgasreinigung.

Laut Mewes wurde inzwischen mit Eon vereinbart, die Kohle im Silo engmaschiger auf Überhitzung zu kontrollieren. Statt nur einmal werde nun sechsmal am Tag mit der Wärmebildkamera kontrolliert, sagt der zuständige Ingenieur Arne Köhler. Er verweist zudem auf Detektoren zur Früherkennung von Brandgasen, vier Löschkanonen im Silo und die verstärkte Bewässerung der Kohle. So leicht gerate diese Kohle auch gar nicht in Brand. So werde sie auch erst zu Puder zermahlen, bevor sie mit Druckluft in die Öfen eingespritzt werde. ( lex)

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