Main-Kinzig

Lärmpausen eher Lärmlotterie

  • Jochen Dietz
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Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler kritisiert das neue Verfahren als „Schönrechnerei“. Es "ist weder nachvollziehbar, noch ist es für uns zu kontrollieren, und es bringt der Region keine Lärmentlastung“, erklärt die Umweltdezernentin.

Nach dem jüngsten Treffen der Fluglärmkommission sieht die Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises Susanne Simmler (SPD) ihre Skepsis gegenüber den so genannten Lärmpausen am Frankfurter Flughafen bestätigt. „Das Verfahren ist weder nachvollziehbar, noch ist es für uns zu kontrollieren, und es bringt der Region keine Lärmentlastung“, erklärt die Umweltdezernentin.

Der Wille seitens der Landesregierung sei erkennbar, das vom Fluglärm geplagte Rhein-Main-Gebiet zu entlasten. Ihre Lärmpausen-Modelle, die derzeit innerhalb der Fluglärmkommission diskutiert werden, erwiesen sich aber nun als „Schönrechnerei eines unveränderten Lärmübels“. Keine dauerhafte Entlastung

Je nach Wetter und Kalenderwoche solle mal der eine Teil der Region abends, der andere morgens weniger Überflüge ertragen. Eine Garantie für dauerhafte Entlastung sei das nicht, zumal auch noch das Terminal 3 gebaut werden könne – dann wäre auch dieses Konzept wieder Makulatur. „Die Lärmpausen sind eine Lärmlotterie“, kritisiert Simmler. Der Lärmteppich werde nur leicht verschoben, der Lärm bleibe.

Geholfen werde nicht mal allen Fluglärmgeplagten. „Der Main-Kinzig-Kreis hat von diesen Modellen gar nichts, viele andere Teile der Region werden nur enttäuschend wenig entlastet“, notiert Simmler, „und da sich die betroffenen Kommunen in dieser Frage nicht auseinanderdividieren lassen sollten, plädiere ich für eine geschlossene Ablehnung des Konzepts.“ Man müsse über Alternativen zu den Lärmpausen nachdenken, die klar und kontrollierbar seien und den Lärm minderten, statt ihn zu verlagern.

„Man kann das Problem drehen und wenden wie man will, eine echte Entlastung gibt es für die Menschen nach 22 Uhr nur, wenn auch in den Nachtrandstunden Ruhe herrscht“, so die Kreisbeigeordnete. „Wer Nachtruhe für alle verlängern will, muss für eine Ausweitung des Nachtflugverbots eintreten.“

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