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Schöner einkaufen: Planerstudie mit Blick auf den künftigen Freiheitsplatz.
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Schöner einkaufen: Planerstudie mit Blick auf den künftigen Freiheitsplatz.

Innenstadt Hanau

Läden bekommen Konkurrenz

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Gutachter haben den Einfluss des Einkaufszentrums am Freiheitsplatz auf sein Umfeld geprüft - und kommen zu einem salomonischen Urteil.

Das geplante Einkaufszentrum auf dem Freiheitsplatz wird anderen Geschäften Kunden abziehen und deren Einnahmen teilweise mindern– das allerdings in einem Maße, das insgesamt als „verträglich“ für die Innenstadt gelten kann. Denn das Center wird auch Menschen in die City locken, die nicht mehr oder bisher noch gar nicht in Hanau shoppen gegangen sind. Zu diesem Ergebnis kommen die Geografen Sebastian Mahrenholz und Stefan Gortan vom Münchner Büro Cima, die eine „Verträglichkeitberechnung“ für das geplante Zentrum vorgelegt haben.

Die beiden Gutachter gehen davon aus, dass sich der neue Einkaufstempel zwei Jahre nach Eröffnung voll etabliert haben wird. Sie prognostizieren 13000 bis 15000 Besucher am Tag und einen Jahresumsatz von rund 88 Millionen Euro. Dieser geht natürlich auch auf Kosten anderer Läden: Im Schnitt rechnen die Experten mit Umsatzverlusten von zehn bis zwölf Prozent, in einzelnen Branchen auch mehr.

„Es wird Umverteilungen geben“, räumt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) ein, ergänzt allerdings: „Wie sie individuell ausfallen, hängt maßgeblich von der Lage eines Geschäfts, aber auch von der Haltung des Besitzers ab.“ Insgesamt, ist der Rathauschef sicher, werde es „jede Menge Profiteure geben, auch beim bestehenden Einzelhandel in der Innenstadt“. Kaminsky setzt vor allem darauf, Kaufkraft neu zu gewinnen oder zurückzuholen, die in einem „schleichenden Prozess“ verloren gegangen sei. Die Konkurrenz mit der Region werde weiter zunehmen, konstatieren auch die Gutachter, ohne neue Attraktivität drohe der Hanauer Innenstadt „Bedeutungsverlust“ – und das umso mehr seit der Schließung von Karstadt 2010. Damit habe die City einen ihrer „Magnete“ verloren.

Überdies gebe es in Hanau zu wenig Modegeschäfte; sie werden naturgemäß das wichtigste Sortiment im neuen Einkaufszentrum ausmachen. Gleichwohl sind in dieser Branche auch die stärksten Einbußen durch die neuen Mitbewerber zu erwarten. Auch weisen die Gutachter darauf hin, dass „vorübergehende Leerstände nicht ausgeschlossen werden könne“, wenn Geschäfte wie das Bekleidungskaufhaus H & M von ihrem bisherigen Standort in der City ins neue Zentrum ziehen. Als positiv für dessen Verträglichkeit sehen die Experten die offene Bauweise zur Fußgängerzone hin an. Sebastian Mahrenholz geht davon aus, dass jeder zweite Besucher anschließend noch in die Innenstadt gehen wird.

Architekt Jens Thormeyer vom Düsseldorfer Büro RKW betont zudem, dass sich die Fassaden des Zentrums so harmonisch wie möglich in ihre Umgebung einfügen sollen. Ursprünglich hatten die Planer drei Alternativen vorgesehen: eine Variante, die auf lokales Material wie Sandstein setzt, eine mit runden und eine mit kantigen Formen. Von diesem Entweder-oder sind die Architekten inzwischen abgerückt – auch deshalb, weil es bei einer öffentlichen Präsentation für die Bürger keinen Favoriten gab.

Dächer sollen begrünt werden

Nun kommt also von allem etwas: Der große Komplex zur Hammerstraße hin wird rund, die anderen Gebäude Richtung Finanzamt eher dezent, mit klaren Linien. Angedacht ist auch, ein historisierendes Element zu integrieren. Noch keinen klaren Entwurf gibt es für das Haus auf dem ehemaligen Karstadt-Grundstück. Fest steht aber bereits, dass zwischen 60 und 80 Prozent der Dachfläche des Zentrums begrünt werden sollen. In der Tiefgarage wird es 500 Stellplätze geben – möglich gewesen wären 1000. Die Kunden sollen so angeregt werden, verstärkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen.

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