Hanau

Kunden empfehlen ihre Lieblingsbücher

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„Hanauer Kanon der Literatur“ heißt der Buch, das Dieter Dausien vom Buchladen am Freiheitsplatz herausgegeben hat. Hundert Personen aus Hanau stellen darin ihr Lieblingsbuch vor.

Die einen haben die Lieblinge ihrer Kindheit aus dem Regal geholt, andere stellen belletristische Klassiker, unbekanntere Werke oder ein Sachbuch vor. „Hanauer Kanon der Literatur“ heißt der Buch, das Dieter Dausien vom Buchladen am Freiheitsplatz herausgegeben hat. Hundert Personen aus Hanau stellen darin ihr Lieblingsbuch vor. Darunter sind lokale Prominente ebenso wie Frauen und Männer, die eher im Buchladen bekannt sind: Als Stammkundinnen und Stammkunden.

Zwar findet sich ein gewisses Übergewicht an Lehrerinnen und Kirchenleuten. Doch zusammengekommen ist ein „sehr bunter Hanauer Kanon“, der die große Vielfalt widerspiegele, „der man in unserer Stadt begegnet“, schreibt Dausien im Vorwort. Zusammengefasst ist alles in einem in Leinen gebundenen Buch mit 130 Seiten samt Titel- und Autorenverzeichnis.

Manch einer berichtet von eigenen Erlebnissen. So erzählt die Lektorin und PR-Frau Anja Zeller von ihren ersten Erlebnissen mit der Techno-Musik, als sie zu Beginn der 1990er Jahre nach Hanau zog. Dazu empfiehlt sie „Magical Mystery“ oder „Die Rückkehr des Karl Schmidt“ von Sven Regener.

Märchen gleich dreimal dabei

Klaus Becker schreibt über die zweibändige Biografie „Adolf Hitler“ von Volker Ullrich und erinnert sich daran, wie er als Sechsjähriger im Jahr 1934 in Schlüchtern erlebte, wie tausende von Menschen Hitler zujubelten. Und die Lehrerin Fosia Musharraf kennt als in Hanau geborene Tochter pakistanischer Migranten die „Bindestrich-Identitäten“, als solche liege ihr „das Wandern zwischen den Welten im Blut“, schreibt sie. Und sie weist auf „Tausendundein Granatapfelkern“ von Markan Kamali hin. Ein aktuelles Buch, in dem es um eine junge Irano-Amerikanerin geht.

Auch Sachbücher sind dabei, wie „1913“ von Florian Illies, empfohlen von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und „Gaviotas. Ein Dorf erfindet die Nachhaltigkeit“ von Alan Weisman, für das sich der Umweltaktivist Elmar Dietz stark macht.

Dreimal genannt sind die Kinder- und Hausmärchen, die die Brüder Grimm sammelten. Schokoladenverkäufer Frieder Arndt hat mit dem Buch das Lesen gelernt, für Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) war es sein erstes Buch, das noch heute im Regal steht. Und für die Rentnerin Renate Beck ist ein Nachdruck aus der Jugendstilzeit das „Glanzstück meiner Sammlung“.

Der „Hanauer Kanon“ ist Teil eines Projekts von 19 Buchhändlerinnen und Buchhändler aus ganz Deutschland, dazu gibt es einen Band mit Tipps von Prominenten wie Elke Heidenreich und Literaturkritikern wie Denis Scheck.

Der Hanauer Kanon der Literatur (ISBN 9783932443367) kostet 14,90 Euro, die 21 Bücher „Der Kanon der Literatur Deutschland“ kosten zusammen 248 Euro, beides gibt es im Buchladen am Freiheitsplatz.

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