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Kulturpflanze gedeiht prächtig

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Schöne Fest-Kulisse: Der Herrnsitz von Büdesheim.
Schöne Fest-Kulisse: Der Herrnsitz von Büdesheim. © Storch

Schöneck und Nidderau koordinieren ihr Kultur-Programm. Das beinhaltet Kunst, Kabarett und Lesungen.

Von Jörg Andersson

Stolz hält Fachbereichsleiter Rainer Volz das bunte Programmheft hoch. Rund 80 Veranstaltungen, von Musik über Theater, Kabarett, Kleinkunst bis zu Lesungen und Ausstellungen sind in der Hochglanzbroschüre zusammengefasst. Sie bündelt die kulturellen Höhepunkte des Jahres 2010 in Nidderau und Schöneck.

Mit einer Auflage von 14000 Stück ist das komplett durch Anzeigen finanzierte Heft für die Kommunen Werbeträger und Aushängeschild zugleich. „Wir sind ein anerkannter Kulturstandort geworden, das merkt man schon an der Vielzahl auswärtiger Besucher“, sagt Volz.

2002 haben Schöneck und Nidderau „Kultur im Dialog“ vereinbart und stimmen seither vom klassischen Konzert bis zur Buchlesung ihre Angebote ab. Alljährlich im Wechsel sind das Marktplatztreiben in Windecken oder das Schloss-Spektakel in Büdesheim die Glanzlichter im August.

Am Samstag, 21. August, liefert wieder das Alte Schloss die Kulisse für Kinderprogramm, Seiltanztheater und schließlich „Tatsachen“ des Kabarettisten Rolf Miller. Rund 300 Besucher erwartet Bürgermeister Ludger Stüve (SPD) vor dem 1558 fertiggestellten Herrnsitz, den die Gemeinde vor 20 Jahren sanieren ließ und nun als Außenstelle, Veranstaltungssaal, Bücherei, Jugendclub und Seniorentreff nutzt.

Fast doppelt so viel Gäste waren Ende Mai im Herrnhof in Kilianstädten bei einer Lesung von Susanne Fröhlich. Und sogar 750 Besucher zählte vor zwei Wochen das Open-Air-Konzert „Klassik unter Sternen“ im Schlosspark Oberburg in Heldenbergen.

Die Botschaft ist klar: auch außerhalb von Frankfurt findet Kultur statt und bis in den Einzugsbereich der Wetterau sein Publikum. Und obgleich man die Eintrittspreise etwas günstiger gestalten müsste als in der Großstadt, geht die Rechnung einigermaßen auf. Mehr als 100000 Euro koste das Künstlerengagement, das man alleine durch Ticketverkauf nicht refinanzieren kann, berichtet Volz. Doch durch die wachsende Zahl von Sponsoren stehe am Ende eine vertretbare Subvention. „Etwa 10000 Euro plus X für Schöneck“, schätzt der Rathauschef. Rund 15000 Euro im größeren Nidderau, so Fachbereichsleiterin Julia Hunecke. „Unter dem Strich macht das weniger als ein Euro pro Jahr und Einwohner“, sagt Horst Körzinger, Vorsitzender des städtischen Kulturrings. Tendenziell sei der Zuschussbedarf sogar stetig gesunken.

Kabarett und Open-Air-Theater stehen aktuell besonders hoch in der Gunst des Publikums. Rainer Volz pflegt die Künstlerkontakte und hat bereits erste bekanntere Gastspiele für 2011 sicher. Seit geraumer Zeit hofft er zudem auf eine Zusage von Urban Priol. Neulich habe der angedeutet, dass da mal was zu machen sei, erzählt Volz. „Beim Termin würden wir uns nach Priols Kalender richten.“

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