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Claus Bury und seine Sicht etwa auf Indonesien, ab 3. April.

Hanau

Für das kulturelle Wir-Gefühl

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Die Hanauer Museen bieten ihren Besuchern in diesem Jahr eine Vielzahl an Sonderausstellungen. Die Brüder-Grimm-Erlebniswelt soll 2017 im frisch sanierten Nordflügel von Museum Schloss Philippsruhe öffnen.

„Wiener Welten“ in Gemälden von Johann Peter Krafft, Claus Bury mit dem Titel „Meine Sicht“ oder „Von Affen, Füchsen und anderen Biestern“ sind nur drei von einer Vielzahl an Sonderausstellungen in Hanauer Museen in diesem Jahr. Gestern ist das Programm 2016 der sechs Häuser in der Stadt vorgestellt worden. Die Museumspädagogik für Kinder soll bei den Schauen eingebunden werden. Für Kinder, Familien und Junggebliebene soll die Brüder-Grimm-Erlebniswelt im frisch für rund 1,7 Millionen Euro sanierten Nordflügel von Museum Schloss Philippsruhe konzipiert werden.

Details zu dem Vorhaben konnte Museumleiterin Katharina Bechler noch nicht nennen. „Die Planungen haben erst begonnen“, sagte sie. Sie rechnet mit einer zügigen Umsetzung, so dass im kommenden Jahr der ganz den Grimms gewidmete Schlosstrakt eröffnet werden kann. Kulturamtsleiter Martin Hoppe ergänzte, dass mit der Ausstellung ein Erlebnis-, Unterhaltungs- und Bildungsauftrag erfüllt werden soll. Hiermit soll auch Kindern aus Migrantenfamilien Zugang und Verständnis zu den Grimmschen Märchen vermittelt werden.

Kosten hängen vom Konzept ab

Über die Höhe der Investition zur Erlebniswelt machte Hoppe keine Angaben. „Die Ausbaukosten stehen in Abhängigkeit zum Konzept“, sagte er. Mit der baulichen Umsetzung des Projektes wird die städtische Immobilien und Baumanagement beauftragt.

Im vergangenen Jahr sind die Museen in Hanau insgesamt rund 118 000 Mal besucht worden. Ausgenommen aus dieser Statistik das Forstmuseum, das Teil des Wildparks Alte Fasanerie Klein-Auheim ist. Dort wurden in 2015 ungefähr 190 000 Besuche gezählt. Nicht nur der Wildpark profitiert von einer überregionalen Bekanntheit, auch die Museen in der Stadt – zumindest ist hierzu seit dem Vorjahr werbetechnisch die Voraussetzung geschaffen worden. Wegen der Mitgliedschaft der Stadt in der Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main gGmbH sind die Hanauer Häuser in der 72-seitigen Hochglanzbroschüre „Museen & Sonderausstellungen“ aufgenommen worden, die in einer Auflage von 60 000 Stück im Rhein-Main-Gebiet etwa in Kultureinrichtungen ausgelegt wird.

Für Publicity sorgen aber auch Ausstellungskooperationen wie die zu dem Hanauer Maler Reinhold Ewald. In einer Doppelschau war sein ?uvre in dem Frankfurter Museum Giersch und im Museum Schloss Philippsruhe gezeigt worden. Kulturregion-Geschäftsführerin Sabine von Bebenburg: „Hanau ist ein wichtiger und lebendiger Museumsstandort.“

„Die Museen in Hanau sind schon nicht mehr ein weicher, sondern schon ein harter Standortfaktor in einer Industriestadt“, sagt Bechler. Die Häuser in Hanau sähen sich als Dienstleister für Jung und Alt sowie für alle Gruppen. Sabine Küppers, Leiterin des Museums Steinheim, sagt hierzu, dass es etwa neben der regulären Öffnung ihres Hauses am Wochenende viele Sonderöffnungen für Schulklassen und andere Gruppen gebe und dass Interessenten hiervon noch mehr Gebrauch machen sollten.

Vor allem Kindern soll ein Museum kein fremder Raum bleiben. So gebe es in Philippsruhe sogar eine Hausaufgabengruppe. Bechler wie auch die anderen Leiterinnen der Museen sprachen sich dafür aus, besonders Kinder mit Migrationshintergrund mitzunehmen. Dazu gehöre etwa ebenso der freie Eintritt für Flüchtlingskinder. „Wir stärken das kulturelle Wir-Gefühl in Hanau“, sagt Bechler.

Das Wir-Gefühl unter den Ausstellungsmachern wird vermutlich mit einer 50-seitigen Broschüre mit allen Kulturterminen in Hanau gestärkt, die in den nächsten Tagen herauskommt.

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