Manfred Maria Rubrecht, Künstler und Galerist von Kunstraum 69.
+
Manfred Maria Rubrecht, Künstler und Galerist von Kunstraum 69.

Hanau

Der Künstler, der sich selbst half

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Der Porträtmaler Manfred Maria Rubrecht eröffnete vor 20 Jahren seine Produzentengalerie im Hanauer Stadtteil Großauheim. Mit seiner Arbeit hat er viele Künstler miteinander vernetzt. Das Verkaufen von Kunst sei schwieriger geworden, erzählt er anlässlich des Galeriejubiläums.

Weil Mitte der 1990er Jahre vier Galerien in Hanau von der Bildfläche verschwanden, machte 1995 Manfred Maria Rubrecht seine eigenen Galerie auf. Rubrecht betreibt seitdem eine Produzentengalerie, denn er hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt als Porträtmaler bereits einen Ruf gemacht. In diesen Tagen feiert er das 20-jährige Bestehen seines Geschäfts mit einer Sonderausstellung, in der sechs Künstler der ersten Stunde Gemälde und Skulpturen präsentieren.

Für ihn habe früh festgestanden, dass er in seinem Galerieprogramm die Leute aus der regionalen Kunstszene aufnehmen werde, sagt Rubrecht. In den zwei Jahrzehnten stellten 37 Künstler aus. „Die richtige Auswahl war damals und ist heute schwierig“, sagt er. Die Zahl der Kreativen sei groß. Rubrecht hat auch schon manchem talentierten Amateur eine Ausstellung gewidmet, in der Regel seien es jedoch Künstler mit akademischer Ausbildung.

„Wichtig ist für mich, dass es Leute sind, die ein Profil vorweisen können und die mit ihren Arbeiten etwas zu sagen haben und nicht zuletzt auch eine Bedeutung in der Szene besitzen“, erläutert er. Über Ausstellungen hätten sich Verbindungen zu verschiedenen Künstlern herstellen lassen, sagt er.

Was in seiner Galerie in Großauheim hängt, nimmt Rubrecht zuvor kritisch in Augenschein, denn der Verkauf von Kunst steht nicht im Hintergrund. „Heute Kunst in der Liga zu verkaufen, in der ich spiele, ist im Vergleich zu den frühen Jahren schwieriger geworden“, so der Künstler.

In der Vergangenheit habe die Stadt Hanau immer mal ein Werk erworben, Privatleuten sei es wichtig gewesen, ein Original zu besitzen. Letztes gelte nunmehr hauptsächlich für Kunstliebhaber. Rubrecht misst aus diesem Grund der Begegnung von Kunden und Künstler eine große Bedeutung zu, damit eine Arbeit mehr als nur unter dem Aspekt des Gefallens oder Nicht-Gefallens steht, sondern mit ihr Sympathie und Erklärung verbunden werden können. Manfred Maria Rubrecht hat sich vor vielen Jahren mit seinen Galeristenkollegen in Großauheim schon der Frage nach der Zukunft und der Sichtbarkeit von Galerien in der Stadtgesellschaft gestellt. Der Träger des Claire-Roeder-Münch-Preises und des Kulturpreises des Main-Kinzig-Kreises hat als Antwort die Großauheimer Kunststationen entwickelt.

20 Jahre Kunstraum69, Auwanneweg 69, präsentiert die Jubliäumsschau bis 8. Mai. Sie ist samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

Kommentare