Arbeiter haben das Haus entkernt und neuen Estrich gelegt.
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Arbeiter haben das Haus entkernt und neuen Estrich gelegt.

Maintal

Krippenhaus wieder trocken

Im Kinderhaus in Bischofsheim sieht es über ein Jahr nach dem Wasserschaden immer noch wie auf einer Baustelle aus. Die Stadt musste das Gebäude total entkernen lassen, um den Schimmel loszuwerden. Der Elternbeirat spricht sie von Schuld frei.

Von Christoph Süß

Seit über einem Jahr arbeitet die Stadt an der Sanierung ihres durch Wasser geschädigten Krippenhauses in der Bischofsheimer Uhland-Straße. Wie gestern bei einer Baustellen-Begehung bekannt wurde, müssen sich die Eltern, deren Kinder seit Monaten im Jugendzentrum untergebracht sind, noch mindestens bis Ende April gedulden. Das nach Schimmelbefall total entkernte Gebäude sieht derzeit aus wie ein Rohbau nach dem Richtfest.

Einzig die bunten Fenster und ein paar Wandbilder weisen noch darauf hin, dass in dem Gebäude schon jahrelang Kinder betreut wurden. Ende 2011 war bei Arbeiten am Boden ein offenbar schon lange schwelender Wasserschaden entdeckt worden. Dieser hatte sich unter dem Estrich vergrößert. Das ganze Ausmaß des Problems war den Verantwortlichen jedoch erst viele Monate später klar geworden. Als nach einer Teilentkernung des Gebäudes immer noch Sporen in dem Haus festgestellt wurden, ließ die Stadt auch noch Leitungen und Türrahmen entfernen.

Erst im vergangenen April waren die letzten Gruppen aus dem Kita-Haus ausgezogen, nachdem sich das Kreisgesundheitsamt eingeschaltet hatte – zu viel Feuchtigkeit steckte im Fußboden und in den Wänden. Die Gewerkschaft hatte vor einem Gesundheitsrisiko gewarnt und der Stadt vorgeworfen, nicht angemessen auf den Wasserschaden zu reagieren. Aus heutiger Sicht des Elternbeirats hat sich die Stadt indes nichts zu Schulden kommen lassen, auch wenn es Ängste gegeben habe.

Zunächst waren nur zwei Kita-Gruppen, in deren Räumen eine Sporenbelastung gemessen wurde, in das neue, nahe gelegene Jugendzentrum ausgelagert worden. Die meisten der 120 Kinder waren weiter in dem Kita-Haus betreut worden. Die Stadt wollte die Räume ursprünglich nach und nach trocken legen. Später zogen auch die übrigen Kinder um. Für eine Gruppe musste auf dem Gelände des Jugendzentrums ein Container aufgestellt werden, weil der Platz im Inneren nicht reichte.

Erst nach dem Sommer und weiteren Untersuchungen war der Stadt klar geworden, dass sie ihre Kita komplett entkernen muss. Die Türen wurden herausgerissen, der Boden und die Decke entfernt, die Wände bis auf die Mauersteine abgeklopft. Kurz vor Weihnachten wurde ein neuer Estrich in das einstöckige Haus eingezogen, der nun bis Mitte März trocken sein soll.

Das Dach wurde im Zuge der Arbeiten besser gedämmt und wird demnächst noch von innen verschalt, im Boden liegt jetzt eine Fußbodenheizung. Das alte Mobiliar, das teilweise in Containern lagert, soll möglichst wieder in die umgebauten Räume.

Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 650000 Euro. Davon will sie sich jedoch über die Hälfte von ihrer Versicherung zurückholen, die den Schaden offenbar zunächst nur durch kleinere Arbeiten beheben lassen wollte. Gutachter kamen jedoch später zu dem Schluss, dass das Haus entkernt werden muss. Auch ein Abriss des Hauses sei zwischenzeitlich erwogen worden, heißt es von der Stadt.

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