Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gelnhausen

Krippe in der Kaffeetasse

200 Exponate aus aller Welt im Heimatmuseum

Die kleinsten Kunstwerke finden in einer Walnuss Platz, weitere stecken in Streichholzschachteln, einer Kaffeetasse oder einem Kochtopf. „Andre Länder, andre Krippen“ heißt eine Sonderausstellung, die im Gelnhäuser Heimatmuseum am Obermarkt zu sehen ist.

Nach der Premiere vor Jahresfrist hat Museumsleiterin Simone Grünewald diesmal nahezu doppelt so viele Exponate zusammengestellt. Annähernd 200 Krippen zeigen, wie sich Gläubige in Afrika, Asien und Lateinamerika künstlerisch der Weihnachtsgeschichte genähert haben.

Die Vielfalt ist enorm: eine Variante aus Peru zeigt die heilige Familie auf dem Dachgepäckträger eines VW Käfer, den die heiligen drei Könige steuern. Geschnitzte Krippenfiguren sudanesischer Flüchtlinge, tönerne Hirten aus Bolivien und eine Kürbismalerei aus Äthiopien gehören ebenso dazu wie farbige Weihnachtsszenen auf Wandbehängen aus Bolivien oder Arbeiten aus dem Himalaya. Auch die Materialen kennen kaum Grenzen: von Maisstrohfiguren bis Messing, von Zeitungspapier über Bananenblätter bis zum klassischen Speckstein.

Die Werke sind Ausdruck tiefen Glaubens und einschneidender Geschichte – wie in der Gegenüberstellung zweier meterlanger Einbäume aus Ebenholz: zum Einen ein Sklavenschiff, auf dem die Kenianer einst ihren arabischen Herren dienen mussten. Im zweiten Einbaum sitzen die filigranen Figuren, von Ketten befreit, um das Jesus-Kind herum. „Das Krippenboot gilt als Darstellung der ersten katholischen Gemeinde in Mombasa“, berichtet Grünewald. Augenzwinkernd weist sie auf eine künstlerische Freiheit hin: Ochse und Esel sind durch Wasserschweine ersetzt. Auch Shipio-Indianer haben ihre eigene mythologische Tierwelt mit Ameisenbär und Leopard.

Die Krippen-Sammlung gehört dem evangelischen Pfarrer Willy Schneider, der seit 1966 in Afrika als Missionar und Helfer im kenianischen Waisenhaus „Malaika“ arbeitet. Schneider und seine Frau Asuna kaufen örtlichen Künstlern Werke ab, um ihnen eine Existenzgrundlage zu schaffen. (jan.)

Der Eintritt kostet drei Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Die Hälfte kommt dem Waisenhaus „Malaika“ (zu Deutsch „Engel“) zu. Öffnungszeiten bis zum 6. Februar sind täglich von 14 bis 16.30 Uhr, dazu werktags von 8 bis 12 Uhr, samstags ab 9 Uhr. Am Samstag, 10. und Mittwoch, 14. Dezember gibt es „Krippen-Nächte“ bis 22 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare