Gelnhausen

Kreis verhängt Haushaltssperre

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Main-Kinzig-Kreis will rund 14 Millionen Euro  weniger ausgeben. Damit wird auch die Wiederbesetzung von Stellen infrage gestellt. Voraussichtlich wird es bis auf die Haushaltssperre in diesem Jahr keine weiteren finanziellen Einschränkungen geben.

Dass nicht nur auf Städte und Gemeinden finanzielle Folgen der Corona-Pandemie zukommen, sondern auch auf die Landkreise, macht jetzt Landrat Thorsten Stolz (SPD) deutlich, indem er als „vorbeugende Maßnahme“ mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre angeordnet. Rund 14 Millionen Euro will der Main-Kinzig-Kreis auf diese Weise weniger ausgeben. Geld gespart werden soll besonders beim Personal. Die Liste der wieder zu besetzenden Stellen soll nun geprüft werden. Davon sei kein Bereich in der Kreisverwaltung ausgeschlossen, maßgeblich sei jedoch das Jugendamt betroffen, heißt es auf Anfrage der FR.

Der Bürger werde die Auswirkungen der Haushaltsperre bei den Personal- und Sachleistungen nicht spüren, sie seien nur verwaltungsintern, heißt es. Allerdings sollen auch freiwillige Leistungen etwa in der Kulturförderung unter die Lupe genommen werden. Die Strukturen des sozialen, kulturellen und sportlichen Leben im Kreis will der Landrat jedoch nicht angreifen.

Stolz schließt zudem nicht aus, dass Vorhaben verschoben werden, um „in die Wirtschaft vor Ort zu investieren“. „Es ist gerade jetzt erforderlich, antizyklisch zu handeln“, notiert er. Der Ausbau von Glasfaserkabeln in den 163 Gewerbegebieten oder die Stärkung der Main-Kinzig-Kliniken nennt er als Beispiele. Auch beim Schulmodernisierungsprogramm mit einem Volumen von 158 Millionen Euro bis 2024 soll festgehalten werden.

Voraussichtlich wird es bis auf die Haushaltssperre in diesem Jahr keine weiteren finanziellen Einschränkungen geben. Es wird auch davon ausgegangen, dass im Herbst kein Nachtragsetat im Kreistag beantragt werden muss. Das Budget für 2020 liegt bei 670 Millionen Euro. Ob der Doppelhaushalt 2020/21 im kommenden Jahr noch gültig ist, dazu werden im Landratsamt derzeit keine Prognosen aufgestellt. Sicher sei nur, dass sich die sinkenden Einnahmen aus Steuern in vielen Bereichen grundlegend bemerkbar machen würden, heißt es.

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