Die Kinzigtalbahn fährt durch Gelnhausen entlang der Kinzig.
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Die Kinzigtalbahn fährt durch Gelnhausen entlang der Kinzig.

Gelnhausen

Kreis soll Brückenpläne stoppen

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Seit dem Beschluss pro Brücke der Gelnhäuser Stadtverordneten im November 2018 hat sich laut der Bürgerinitiative wenig getan. Sie schlägt eine Unterführung  vor.  

Die Bürgerinitiative „Erhalt der Kreisstraße 904“ fordert erneut von Landrat Thorsten Stolz (SPD), vom Plan abzurücken, bei Meerholz über die Kinzigtalbahn eine Brücke zu schlagen. Stattdessen solle eine Unterführung gebaut werden, die deutlich günstiger ausfalle und das Auengebiet samt der Allee entlang der K904 weniger zerstöre, heißt es. Die BI sieht für ein Umdenken noch eine Chance. Seit dem Beschluss pro Brücke der Gelnhäuser Stadtverordneten im November 2018 habe sich nicht viel in der Sache getan, so die BI.

Das sei nur der äußere Eindruck, teilt der Kreis als Bauträger auf Anfrage der FR mit. „Die Planungen für eine Überquerung der Kreisstraße 904 schreiten voran.“ Nach einer Unterbrechung laufen seit vergangenem Jahr die Entwurfsplanung und die formal notwendige Variantenuntersuchung parallel, um wieder etwas Zeit aufzuholen, heißt es. Zudem würden derzeit noch genauere Lagepläne erstellt. „Wenn diese vorliegen, kann die geplante Omegabrücke visualisiert werden“, heißt es. Die nächsten Schritte seien der Feststellungsentwurf, die vorgeschriebenen Verfahren und Beteiligungsphasen bis hin zum Baurecht und der anschließenden Umsetzung. Zurzeit sei daher eine Prognose für den Baubeginn schwierig.

Gleisausbau

Die Kinzigtalbahn zählt seit Jahrzehnten mit zu den hochbelasteten Linien.

Für den Abschnitt Hanau-Gelnhausen läuft die Offenlage des Raumordnungsverfahrens bis 30. September.

Frühstmöglicher Baubeginn laut DB Netz ist 2022. sun

www.hanau-Wuerzburg-fulda.de

Noch vor zweieinhalb Jahren stand die Schließung des ebenerdigen Bahnübergangs zwischen Gründau-Lieblos und Gelnhausen-Meerholz zur Diskussion. Der Grund: Die Bahn baut die Kinzigtal-Strecke viergleisig aus, damit verschwinden alle gleisebenen Übergänge. Eine Schließung des Übergangs würde jedoch eine Mehrbelastung des Autobahnanschlusses Gelnhausen-West nach sich ziehen, hieß es. Diese Option wurde daher von den Stadtverordneten klar abgelehnt. Die Bahn sah das Thema emotionslos. Eine Querung gleich welcher Art könne immer noch gebaut werden, sie würde eben nur teuer kommen, hieß es damals.

Also wurde von der Stadt ein mehr als 20 Jahre alter Beschluss für ein Brückenwerk wieder aufgegriffen. Ob der Bestandsbauten auf der Meerholzer Seite muss dieses einen Omega-förmigen Bogen schlagen. Die BI sieht in dem Bau nicht nur eine optische Beeinträchtigung der Auenlandschaft, sondern auch die Gefahr, dass die durch das Grünland verlaufende Kreisstraße begradigt und von ihrer althergebrachten Landstraßenbreite von sechs auf bis zu 14 Meter erweitert wird - so breit soll zumindest die Omegabrücke werden. Obendrein sieht sich die BI von der Verkehrsanalyse in ihrer Befürchtung bestätigt. Danach soll bei einer schrankenfreien Querung die Fahrzeugzahl von rund 2000 pro Tag auf 5000 steigen.

Die Alternative lautet, den Verkehr unter die Gleise zu verlegen, was laut BI ein geringerer Landschaftseingriff wäre. Allerdings auch diese Lösung hat mehr als einen Haken. „Eine Unterführung ist wasserschutzrechtlich nicht machbar“, teilte der Kreis 2018 mit. Eine Erkenntnis, die bereits 1999 vorlag und die die Stadtverordneten damals gegen eine Untertunnelung votieren ließ.

Überdies wäre es eine Unterführung mit ziemlich begrenzter Dimension - Autos und Kleintransporter würden durchpassen, Lastwagen hingegen nicht. Die müssten den Umweg über die A66 nehmen. Für die Anwohner etwa der Liebloser Straße in Meerholz ein positiver Nebeneffekt, ein teurer hingegen für die Stadt Gelnhausen. Die K904, die ein großes Gewerbegebiet tangiert, verlöre ihren Kreisstatus und wäre fortan eine Gemeindestraße. Damit fielen der Stadt die Bauträgerschaft und letztlich die Kosten zu.

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