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Love Family Park

Krach um Techno-Festival

Ist der Massen-Rave "Love Family Park" in Hanau gefährdet? Die örtlichen Grünen wollen das europaweit bekannte Techno-Festival nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet Mainwiesen haben. Die Junge Union hält dagegen.

Von Ute Vetter

Technojünger kontra Grüne: Die Hanauer Ökopartei erntet für ihre zweizeilige Forderung im 30-seitigen Wahlprogramm, Musikveranstaltungen und besonders das Techno-Festival „Love Family Park“ (LFP) nicht mehr im Landschaftsschutzgebiet Mainwiesen unter der B43a-Brücke zu dulden, heftige Proteste.

Bastian Zander, Vorsitzender Jungen Union (JU) Hanau, erklärt, das eintägige Open-Air-Festival habe sich seit seiner Gründung 1996 in Europa, Deutschland und dem Rhein-Main-Gebiet etabliert. „Mit über 20000 Besuchern ist es ein Kulturgut.“ Die Grünen provozierten den möglichen Wegzug.

Sein Stellvertreter Daniel Gabel ergänzt: „In den letzten Jahren wurde doch bereits nach Alternativflächen in Hanau gesucht. Und das schon zu einer Zeit, in der noch in kleineren Dimensionen auf dem Dunlop-Gelände gefeiert wurde.“ Von den aktuell 20000 Besuchern (2010) seien gut 15000 auf eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen – der Hanauer Hauptbahnhof biete das. Auch sicherheits- und verkehrstechnische Gründe sprächen für den Standort, weil gut für Rettungs- und Polizeikräfte zu erreichen.

Auch sei die von den Grünen genannte Sorge um Flora und Fauna unberechtigt, erklärt Zabler. Fotos des Veranstalters dokumentierten, dass sich die Wiesen in kürzester Zeit regenerierten. Und die „angeblich dort ansässige Tierwelt besteht größtenteils aus Kaninchen“. Grasflächen habe der Veranstalter nach dem LFP teils sogar neu einsäen und lockern lassen.

„Alles ist nachher sauberer als vorher“, so Zabler. Der Veranstalter müsse vorher „containerweise Unrat einsammeln“, um den LFP überhaupt durchführen zu können. Auch die angebliche Lärmbelästigung der Steinheimer auf der anderen Flussseite sei verkraftbar, findet die JU. Straßenfeste, Faschings- oder Kerbveranstaltungen würden ja auch tagelang toleriert. Zudem habe der Veranstalter in den letzten Jahren stets Lautstärken gesenkt, Messprotokolle angefertigt und eine Beschwerde-Hotline installiert.

„Nach einer Leserumfrage der Fachzeitschrift Groove war der LFP das beliebteste Event im Jahr 2010. Was die Brüder Grimm einst für Kinder bedeuteten, ist aktuell DJ Sven Väth und sein LFP nun mal für die Jugend und Technoszene“, betont Gabel. Der LFP sei eine der wenigen Kulturveranstaltungen, die die Stadt nicht nur überregional, sondern in ganz Europa bekannt machten. „Die bisher gute Zusammenarbeit des Veranstalters und der Stadt sollte durch fadenscheinige Aussagen der Grünen nicht getrübt werden, um das wirklich faszinierende Ein-Tages-Event der Technokultur nicht unnötig zu gefährden“, warnt Zander. „Die Grünen sollten Jugendkultur nicht wegen einiger Kaninchen kaputt machen“, Hanau profitiere vom LFP.

Gegen „Platz-Hopping“

Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung im Rathaus und Pressechef der Stadt, sagt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau: „Wir reflektieren immer mal, ob es Alternativ-Standorte gibt.“ Doch der jetzige Standort sei aus verkehrs-, polizei- und sicherheitstaktischen Gründen sehr gut geeignet. Die Lärmbelästigung an einem Sommer-Sonntag sei minimal. Kasernen, wie von den Grünen ins Gespräch gebracht, eigneten sich nicht für solche Groß-Events. „Die Linie der Stadt ist klar – es muss einen Platz für ein solches Event in Hanau geben, eine Stadt muss so etwas aushalten.“ Ein „Platz-Hopping“ sei weder den Besuchern noch dem Veranstalter zuzumuten. Die Stadt habe dem Veranstalter Planungssicherheit signalisiert, das Event soll voraussichtlich am 3. Juli auf den Mainwiesen steigen.

Elmar Diez vom Vorstand der Grünen Hanau bekräftigt den Vorstoß seiner neuen Parteikollegin Christa Martin: „Schon erstaunlich, wie die JU das hochspielt. Das ist lächerlich. Wir sind ja nicht gegen die Veranstaltung, sondern den Standort. Das ist nun mal ein Landschaftsschutzgebiet am Main, auch wenn es für den Hafen oder Staudinger Ausnahmeregelungen gibt."

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