Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kowol hat sich vorgenommen, auch das Umfeld des Hauptbahnhofs aufzuwerten.
+
Kowol hat sich vorgenommen, auch das Umfeld des Hauptbahnhofs aufzuwerten.

Hanau

Kowol zieht gemischte Bilanz

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
    schließen

Seit einem Jahr ist Dezernent Andreas Kowol (Grüne) im Amt. Als Erfolge nennt er Fortschritte bei der Nordmainischen S-Bahn und beim Klimaschutz. Er kitisiert aber, dass er wegen Sparvorgaben zum Beispiel den Plan für die Verkehrsentwicklung vorerst aufgeben musste.

#bigimage[0]

Die Begeisterung, die er bei seinem Amtsantritt gespürt habe, sei nicht verflogen, versichert Stadtrat Andreas Kowol (Grüne). In Hanau könne er in recht großem Umfang gestalten, sei nicht aufs Verwalten beschränkt, so Kowol. Zusammen mit seinen Mitarbeitern und politischen Mitstreitern habe er die Stadt voranbringen können. Die Diskussionen in den Gremien seien – „trotz vieler heißer Eisen“ – sachlich. Ein großer Wermutstropfen sei jedoch der unter dem Kommunalen Schutzschirm verordnete Sparkurs. „Mehrere Ideen und Konzepte sind dem Rotstift zum Opfer gefallen.“

Kowol, der zuvor 15 Jahre Referent im Wiesbadener Rathaus war, ist seit einem Jahr dritter hauptamtlicher Magistrat. Er ist Bau-, Umwelt- und Verkehrsdezernent und steht unter anderem an der Spitze des Aufsichtsrats der Hanauer Straßenbahn. Kowol kam ins Amt, weil die Grünen nach ihrem guten Ergebnis bei den Kommunalwahlen einen hauptamtlichen Posten im Magistrat beanspruchten. Nach dem knappen Scheitern des Bürgerentscheids gegen einen vierten Stadtrat sollte es nach dem Willen der SPD aber nur noch drei hauptamtliche Dezernenten geben. Deshalb musste der für Wirtschaft zuständige Ralf-Rainer Piesold gehen – woraufhin die FDP die Koalition verließ, zu der noch die SPD, die Grünen und die Bürger für Hanau gehören.

Als Erfolge in seiner bisherigen Amtszeit nennt Kowol zunächst Fortschritte beim Klimaschutz und bei der Nordmainischen S-Bahn. Die Klimaschutzmanager soll noch in diesem Jahr eingestellt werden. Der Dezernent ist zuversichtlich, dass der Bau der S-Bahn 2019 oder 2020 beginnt. Er sei so optimistisch, weil sich Hanau der Unterstützung der Landesregierung sicher sein könne, sagt Kowol. Obwohl das Vorhaben für Hanau höchste Priorität habe, werde die Stadt ihre Interessen wahren und auf Probleme hinweisen, vor allem beim Lärmschutz. Hanau lässt ein eigenes Gutachten erstellen und hat einen Fachjuristen engagiert. Ein Problem sei bereits aufgetreten: eine zu kleine Lärmschutzwand in Hohe Tanne.

Stolz ist Kowol auch darauf, „dass wir den Status quo im Öffentlichen Personennahverkehr halten und punktuelle Verbesserungen erreichen.“ Die Konversionsgebiete werden ans Busnetz angeschlossen, es gibt neue Busse und zeitgemäße Fahrgast-Infosysteme an den Haltestellen.

Zu den Opfern des Sparkurses zählt ein neuer Entwicklungsplan, der den Verkehrsfluss in der Stadt optimieren sollte. Dabei sollte auch geprüft werden, ob ein zentraler Rechner die Ampeln in Hanau steuern sollte. Darüber hinaus wollte Kowol mehr in die Grünanlagen investieren, aber auch die Renaturierung und die energetische Sanierung städtischer Gebäude schneller voranbringen.

Für die Zukunft hat sich Kowol viel vorgenommen: Der Stadtrat plant, Gewerbe und Industrie künftig stärker beim Klimaschutz einzubinden. Mit Hilfe eines Förderprogramms soll die Straßenbeleuchtung in zwei bis drei Jahren auf LED-Technik umgestellt werden. Das Neustädter Rathaus soll nach dem Willen von Kowol nicht bis zur dringend notwendigen, großen Sanierung leerstehen. „Es darf nicht sein, dass so ein repräsentatives Gebäude nicht genutzt wird.“ Kowol will dort zumindest die Büros wieder besetzen und eventuell das Parlament tagen lassen. Knackpunkt ist der Brandschutz. Dafür werde derzeit eine günstige technische Zwischenlösung geprüft.

Das wohl größte Projekt ist der Hauptbahnhof. Laut Kowol soll dieser ab 2017/2018 erneuert werden, etwa die Bahnsteige und die Unterführung. Alle Beteiligten seien sich einig, dass der Bahnhof eine Sanierung „bitter nötig“ habe. Deshalb solle Hanau bei der Vergabe von Zuschüssen bevorzugt werden. Kowol plant aber auch, das Umfeld des Hauptbahnhofs aufwerten. Zusammen mit der Bahn will die Stadt Flächen vermarkten, beispielsweise für Einzelhandel oder Hotels. Investoren seien interessiert, im Herbst sollen Pläne vorgestellt werden. „Der Hanauer Hauptbahnhof hat ein enormes Potenzial, zum Beispiel wegen der guten Autobahnanschlüsse“, sagt Kowol.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare