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Die Grünen kämpfen für den Erhart der der Sekundarstufe I samt Förderstufe an der Tümpelgarten-Schule.

Hanau

Grüne wollen Förderstufe

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Die Grünen in Hanau wollen die Sekundarstufe I samt Förderstufe an der Tümpelgarten-Schule erhalten. Die Kapazitäten der Schule würden dringend gebraucht - nicht nur wegen der hohen Flüchtlingszahlen.

Die Grünen werden den Erhalt der Sekundarstufe I samt Förderstufe an der Tümpelgarten-Schule zu einem Wahlkampfthema machen. Die Elterninitiative der TGS traf sich dieser Tage mit dem Grünen Spitzenkandidaten Andreas Kowol und dem Fraktionsmitglied Monika Nickel zu einem fast zweistündigen Gespräch. Eingeladen hatte die Elterninitiative, sagt deren Sprecher Volker Droege auf Anfrage. Der Inhalt des Gesprächs die Grünen überzeugt, um die aktuelle Koalition in ihren letzten Wochen noch auf die Probe zu stellen und – sollte es nach der Kommunalwahl am 6. März dazu kommen – Gespräche über eine erneute Koalition schon jetzt mit einer Forderung zu belasten.

Mit der Kommunalwahl sei die Frage zum Fortbestand der TGS auch vor dem Hintergrund der rund 1500 Flüchtlinge in der Sportsfield-Siedlung zu sehen, sagt Kowol auf Anfrage. Viele der dort lebenden Flüchtlingskinder würden in den nächsten Wochen eine Schule besuchen. Überdies suchten zunehmend Familien hierzulande Schutz, was die Zahl der Kinder erhöhe, sagt Kowol. „Der Bedarf an Haupt- und Realschulen wird steigen“, sagt Kowol. Er bezweifelt, dass andere Schulen mit diesen Abschlüssen in Hanau künftig ausreichend Raumkapazitäten bieten könnten.

Außerdem könne die Tümpelgarten-Schule etwa mit ihren SchuB-Programm (Schule und Betrieb) zur Ausbildungsqualifizierung von jungen Flüchtlingen beitragen. Nicht zuletzt spreche die Lage der Schule für ihren Erhalt, sie liege rund zwei Kilometer von der Sportsfield entfernt.Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) habe seinerzeit bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplans 2016/2018 „für die Schließung der Sekundarstufe I an der TGS gute Gründe gehabt“, aber mittlerweile habe sich die Situation in Hanau eben deutlich verändert, so Kowol.

Auch Parteikollegin Nickel ist der Überzeugung, die „Kapazitäten der Tümpelgarten-Schule werden gebraucht“, allein wegen des Zuzugs – auch ohne die Flüchtlinge. Die Initiative habe zudem darlegen können, dass die Sekundarstufe I an der TGS steigende Zahlen bei den Anmeldungen verzeichne, gleichwohl hinlänglich bekannt sei, dass dieser Zweig ab 2019 auslaufen werde. „Die Eltern wünschen die Förderstufe für ihre Kinder.“ Außerdem lebten in der Sportsfield Housing zurzeit rund 60 schulpflichtige Flüchtlingskinder.

Nickel sieht eine Chance nach dem 6. März die Schließung quasi in letzter Minute noch zu verhindern. „Noch liegt der Schulentwicklungsplan in Wiesbaden und wartet auf Genehmigung“, sagt Nickel. Dass die Grünen nach der Kommunalwahl wieder an der Bildung der Stadtregierung beteiligt seien werden, steht für Nickel außer Frage. Die bei der Wahl erreichte Prozentzahl werde aber letztlich dazu beitragen, ob die Grünen ihr Programm, wie auch den Erhalt der letzten Förderstufe in Hanau, durchsetzen könnten.

Ende 2014 hatten die Grünen im Ortsbeirat Lamboy ein Moratorium über drei Jahre gefordert. Der Antrag der Ortsverbands-Grünen war jedoch nicht bindend für die Grünen im Stadtparlament, die fügten sich der Koalitionsräson und enthielten sich der Stimme bei der Entscheidung über den Schulentwicklungsplan.

Laut Elterninitiative ließe sich mit einer Fortführung der Sekundarstufe I der Plan der Stadt, am Standort der TGS ein Bildungzentrum von Null bis Zehn (Grundschule mit Kita) zu errichten, dennoch verwirklichen, nur erweitert auf Jugendliche bis 16 Jahre. Das bestehende Schulgebäude könne dann saniert werden.

Initiativensprecher Droege will mit seinen Mitstreitern in den nächsten Tagen ebenso bei den anderen Parteien in Sachen TGS vorsprechen, sagt er. Auch SPD und BfH sollen nicht ausgelassen werden, trotz deren festen Standpunkts zur Fortschreibung der Sekundarstufe I.

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