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Eine Pflegerin füttert einen Patienten. Viele Pflegekräfte sind überstrapaziert.
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Eine Pflegerin füttert einen Patienten. Viele Pflegekräfte sind überstrapaziert.

Hanau

Klinikum setzt auf Wachstum

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Das Klinikum in Hanau braucht mehr Geld, die Verluste der vergangenen Jahre waren zu hoch. U.a. soll die Effektivität der Pflegekräfte gesteigert werden - dabei gehen die schon "auf dem Zahnfleisch".

Die Verantwortlichen im Klinikum Hanau setzen weiterhin auf Wachstum. Das ist die wesentliche Botschaft der Bilanzpressekonferenz 2013, zu der Geschäftsführerin Monika Thiex-Kreye und Aufsichtratsvorsitzender und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) für Donnerstag eingeladen hatten. Erreicht werden soll das auch in Zukunft mit der weiteren Steigerung der Patienten- und Fallzahlen, der Erhöhung der Effektivität und der Zusammenarbeit mit den kommunalen Kliniken in Aschaffenburg und Alzenau-Wasserlos, die im Jahr 2015 beginnen soll. Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte Betriebsratsvorsitzende Monika Schweitzer aber auch, dass besonders die Pflegekräfte auf manchen Stationen „auf dem Zahnfleisch gehen“.

Insgesamt zeigten sich Kaminsky, Thiex-Kreye und der Ärztliche Direktor André Michel sehr zufrieden mit der Entwicklung des Hauses, das der Stadt Hanau gehört. Das Klinikum gehöre „landauf, landab zu den bestgeführten Häusern des Landes“, sagte Kaminsky und lobte Führungskräfte und Mitarbeiter für ihren Einsatz. Zwar machte das Klinikum im Jahr 2013 rund 750 000 Euro Verlust (siehe Infokasten). Doch ursprünglich geplant gewesen sei ein Minus von 5,3 Millionen Euro, sagte Kaminsky. Um das zu verhindern, seien Investitionen auf die nächsten Jahre verschoben worden. Auch das Notlagenprogramm der Bundesregierung habe etwas beigetragen. Vor allem sei aber die Effektivität der Arbeit und Abläufe verbessert worden. Das Jahr 2016 will das Klinikum ohne Verluste abschließen. In den vergangenen Jahren investierte das Klinikum 55 Millionen Euro in Neubauten und Sanierungen, davon zahlte die Stadt rund 16,8 Millionen Euro, das Land 38,2 Millionen.

Bei der Behandlung von Kindern arbeiten Hessen und Bayern bereits zusammen

Doch trotz dieser Entwicklung sind sich die Verantwortlichen sicher, dass sie Kooperationspartner brauchen. „Allein würden wir Probleme bekommen“, sagte Kaminsky. Deshalb unterzeichneten die Hanauer im vergangenen Juli einen „Letter of Intent“ mit den beiden Krankenhäusern in Bayern mit dem Ziel einer engen Zusammenarbeit.

Zur Ausgestaltung der Kooperation wollten die Verantwortlichen nichts sagen, die Ergebnisse der rechtlichen und medizinischen Prüfungen wollen sie erst im Juli vorstellen. Sie sprachen von „vertrauensvollen und konstruktiven Gesprächen“ auf politischer und medizinischer Ebene – und widersprachen damit Gerüchten, dass es zum Beispiel zwischen Medizinern der drei beteiligten Häuser atmosphärische Störungen gebe.

Grundlage der Gespräche sei, dass jeder der drei Standorte seine Infrastruktur behalte, betonte Michel. Deshalb sei es auch kein Problem, dass Hanau gerade für 800 000 Euro ein Herzkathederlabor baue, obwohl es solche schon in Aschaffenburg und Alzenau gebe. Es gehe bei der Kooperation eher darum, den Erlös zu steigern als darum, durch Synergien Kosten zu sparen, sagte Kaminsky. Auch bei der Ausbildung und der Suche nach Fachkräften könnten die Häuser zusammenarbeiten, ergänzte Thiex-Kreye. An einer Stelle funktioniere die Zusammenarbeit schon jetzt, berichtete der ärztliche Direktor Michel: In der Behandlung von Kindern seien die Hanauer auf Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit spezialisiert, die Aschaffenburger auf neurologische Erkrankungen. Deshalb tauschten sich die Mediziner nicht nur aus, es komme auch vor, dass Kinder in das jeweils andere Haus verlegt würden.

Stationen arbeiten oft mit Minimalbesetzung

Kontakt hätten auch die Betriebs- und Personalräte bereits aufgenommen, sagte die Hanauer Betriebsratsvorsitzende Schweitzer. Doch unabhängig davon sei die Situation vieler Pflegekräfte schon jetzt schwierig: „Sie sind oft am Limit.“ So arbeite auf den Stationen oft nur noch eine Minimalbesetzung im sogenannten Qualitätsmix. So komme es „nicht selten vor“, dass eine Station nur mit einer Examinierten, einer medizinischen Fachangestellten, einem Krankenpflegehelfer und vielleicht noch einem Praktikanten besetzt sei. Der Betriebsrat versuche zwar, in die Planung einbezogen zu werden, doch „das ist schwierig und zäh“, sagte Schweitzer.

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