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Idylle zwischen Wohnblocks: der Trauergarten.
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Idylle zwischen Wohnblocks: der Trauergarten.

Trauerzentrum

Ein kleines Paradies

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Nicht düster, sondern heimelig und phantasievoll: Das Hanauer Trauerzentrum erhält einen „Paradiesgarten“, in dem sich Angehörige und Freunde von Verstorbenen treffen können, um ihr Leid zu teilen.

Zurzeit, sagt Pfarrer Werner Gutheil, sei er stetig unterwegs, um Sperrmüll zu finden. Viele Schätze hat er in den vergangenen Wochen bereits geborgen: schön kitschige Bilder, alte Möbel und allerlei Nippes. Was andere ausgemistet haben, verwendet der Diözesanseelsorger, um damit den neuen „Paradiesgarten“ hinter dem Hanauer Trauerzentrum in der Rhönstraße 8 auszustatten. Dort sollen sich Menschen, die um einen geliebten Angehörigen oder Freund trauern, treffen, um „Freud und Leid zu teilen“, wie der Pfarrer sagt.

Idylle voller Symbole

Das Gärtchen verbreitet eine ganz eigene Atmosphäre, nicht traurig, sondern eher heimelig und sehr phantasievoll. Eine kleine Idylle hat Werner Gutheil zwischen Häuserblocks, Garagen und Parkplätzen geschaffen. Obwohl nur wenige Quadratmeter groß, gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken, das voller Symbolkraft ist: Umrankt von Efeu, das als Sinnbild für Treue und Freundschaft gilt, steht ein rot gestrichener Holzstuhl auf drei Beinen, unter ihm ein Sammelsurium zerbrochenen Geschirrs – ein Arrangement, das an die Vergänglichkeit und „Scherben unseres Lebens“ erinnern soll.

Auf der gegenüberliegenden Seite das „heile Bild“: ein Spiegel, ein Stillleben-Bild, eine Schale mit künstlichem Obst, dekorativ angerichtet auf einem allerdings doppelbödigen Tisch. Ein orangefarbenes Kinderfahrrad und ein kleiner Ball erinnern an die Anfänge des Lebens – und so finden sich noch viele nette Details, vom Vogelkäfig im Baum bis zum Stoffschmetterling an der Kellertreppe. Am Rande des Gartens steht ein Bistrotisch mit zwei gelben Stühlen, in der Mitte soll Raum sein für eine lange Tafel mit zwölf bis 16 Plätzen, sagt Gutheil. Daneben soll der Garten noch ein Eingangsschild, mehr Pflanzen „und vor allem Sonnenschirme mit Ständern bekommen“, erzählt der Seelsorger, der sich über solche Spenden freuen würde.

Der neue Trauergarten ist eine sommerliche Erweiterung des Trauerzentrums im Hochparterre des Wohnblocks in der Rhönstraße 8: „Ich bin sehr froh, dass die Besitzer so großzügig waren und uns erlaubt haben, den Garten zu benutzen“, sagt Werner Gutheil. Den zusätzlichen Raum im Freien kann das Trauerzentrum gut gebrauchen: Seit seiner Eröffnung im September 2010 haben nahezu 900 Menschen das Zentrum aufgesucht, um dort mit Seelsorger Gutheil oder Menschen in ähnlicher Situation über ihre Trauer zu sprechen und diese zu verarbeiten – das zeigt, wie groß das Bedürfnis nach einer solchen Einrichtung ist.

Das Sprechen über die Trauer sei wichtig, sagt Gutheil, aber keineswegs einfach, da es in der Gesellschaft „normalerweise eher verdrängt als praktiziert“ werde. Oft müssten Trauernde im Trauerzentrum erst einmal lernen, über das Erlebte, ihre Gefühle und Ängste zu sprechen. Möglich ist das bei Einzelgesprächen mit dem Seelsorger oder im Austausch mit anderen, etwa bei den regelmäßigen „Trauercafés“.

Das Trauerzentrum mit dem neuen Paradiesgarten ist in der Rhönstraße 8 zu finden. Termine für Gespräche können unter Telefon 06181/4289844 oder per Mail an info@trauern-warum-allein.de ausgemacht werden. Das Büro ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr besetzt. Für Herbst ist zusammen mit dem Gartencenter Heßgarten Neuenhasslau eine Veranstaltung zur Grabgestaltung geplant. Anmeldungen werden schon entgegengenommen.

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