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Kleines für die Kleinsten

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Robin und Charlotte probieren schon mal eines der neuen Spielzimmer aus.
Robin und Charlotte probieren schon mal eines der neuen Spielzimmer aus. © Monika Müller

Die neue Kinderkrippe "Honigbienchen Erlensee" in Rückingen. Die "Hummelburg" ist das kreisweit erste Gebäude, das ausschließlich auf Ein- bis Dreijährige zugeschnitten wurde.

Von Jörg Andersson

Bambini-Toiletten, die Erwachsenen bis ans Schienbein reichen, bullaugenförmige Türfenster in Kniehöhe: in der neuen Kinderkrippe in Erlensee sind Mobiliar und andere Einrichtungen noch kleiner ausgefallen als in den bisher bekannten Kindergartendimensionen. Das apfelgrüne Gebäude in der Hauptstraße ist das kreisweit erste Gebäude, das ausschließlich für Ein- bis Dreijährige konzipiert wurde.

Keine elf Monate nach dem Spatenstich und sechs Wochen vor der ursprünglich geplanten Fertigstellung ist der Neubau im Ortskern von Rückingen am Montagnachmittag mit einer „Schlüsselübergabe“ im Beisein von rund 100 Gästen feierlich eröffnet worden. Die jüngsten unter ihnen müssen noch zwei Wochen Geduld aufbringen. Offiziell ist die Betriebserlaubnis auf den 1. September datiert. Dann werden sämtliche 40 Vollzeitplätze belegt sein. Die flexiblen Betreuungszeiten bieten dann nur noch Kapazitäten für einige Tagen, erläutert Ina Pinkernell, Vorsitzende der „Honigbienen“. Der seit 2005 bestehende Betreuungsverein beschäftigt in Kooperation mit Land und Gemeinde 18 Erzieherinnen und unterhält an der Friedrich-Ebert-Straße sowie im alten Rückinger Schlösschen weitere 20 Kinderkrippenplätze.

Im neuen Domizil, das in vier farblich verschieden gestalteten Gruppenräumen sowie mit Bewegungsflächen und Küche rund 770 Quadratmeter Platz bietet, sollten ursprünglich mehr als 50 Kinder betreut werden. Zwischenzeitlich ist die Gruppengröße für die unter Dreijährigen vom Gesetzgeber auf zehn reduziert worden. Dadurch verringerte sich auch der Bundeszuschuss für die Gemeinde auf 600.000 Euro. Bei unveränderten Baukosten von rund 1,45 Millionen Euro erhofft sich Erlensee nun noch einen Nachschlag aus Wiesbaden, wie der Erste Beigeordnete Heinz-Dieter Winter (CDU) betonte.

Bedarf wächst weiter

Um langfristig die Betriebskosten finanzieren zu können, forderte auch André Kavai (SPD) weitere Zuschüsse. Erlensee nehme eine „Vorreiterrolle“ in der Kinderbetreuung ein, und biete bereits jetzt 30 Prozent der Eltern einen U-3-Betreuungsplatz, ergänzte der Kreisjugenddezernent.

Noch schicken auch Eltern aus dem benachbarten Langenselbold nach Rückingen. Doch in Erlensee rechnet Bürgermeister Stefan Erb (SPD) mit einem weiter wachsenden Bedarf, auch weil die Gemeinde durch weitere Neubaugebiete zuletzt gegen den Trend auf 13.000-Einwohner und mehr angewachsen sei. Aktuell gibt es 71 Betreuungsplätze und weitere Betreuungsmöglichkeiten durch Tagespflegeprojekte.

„Hummelburg“ heißt die neue Kinderkrippe. Für Vizebürgermeister Winter ein aussagekräftiger Name: „Bunt und lustig anzusehen, immer in Bewegung“, sei ein solcher Tierschwarm. Den üblichen Begriff „Storchennest“ habe man trotz vieler Vorschläge zurückgestellt, da selbst die Kleinsten kaum noch an den Storch glaubten.

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