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Kleckern statt Klotzen

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Auch die Mieten in den Hochhäusern in der Goethestraße in Bischofsheim ziehen an.
Auch die Mieten in den Hochhäusern in der Goethestraße in Bischofsheim ziehen an. © Sascha Rheker

Die Mieteraktivistin Brunhilde Fahr kritisiert die Wohnungspolitik der Stadt Maintal und des Landes Hessen. Erster Stadtrat Ralf Sachtleber sagt dazu: „Wir sollten etwas tun.“

Von Christoph Süß

Der Druck auf die Immobilienpreise nimmt zu. Das gibt der parteilose Erste Stadtrat von Maintal, Ralf Sachtleber, unumwunden zu. So seien Wohnungen nicht mehr so lange frei wie früher. „Wir sollten etwas tun“, sagt er auch zu dem immer weniger vorhandenen Wohnraum für sozial Schwache. Er zählt einige Bauprojekte auf, zudem hat das Land jüngst ein Förderprogramm für Bestandswohnungen aufgelegt. Doch das reicht der Mieteraktivistin Brunhilde Fahr nicht aus.

Ihrer Meinung nach werden von der Landesförderung vor allem die Vermieter profitieren. „Die Miete soll gerade einmal zehn Prozent unter den derzeitigen Vergleichmieten liegen“, rechnet die streitbare Dörnigheimerin vor. Außerdem sei die Gesamtfördersumme zu gering. Schließlich müssen die dafür in diesem und im kommenden Jahr vorgesehenen zehn Millionen Euro für über 100 Kommunen reichen. Die können damit Belegungsrechte an bestehendem Wohnraum erwerben.

Noll verteidigt Programm

Der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Noll verteidigt das Programm des Landesregierung, das außer Maintal zwölf weitere Kommunen im Westkreis einschließt. Damit könne kurzfristig preiswerter Wohnraum für gering verdienende Haushalte „zu bezahlbaren Preisen“ bereitgestellt werden. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Bau zusätzlichen Wohnraums „eine gewisse Vorlaufzeit“ benötige.

Hier setzt Fahrs Kritik an. Seit Jahren fordert die Mieterin der Nassauischen Heimstätte, dass der Staat wieder massiv in den sozialen Wohnungsbau investiert. Sie war 2012 maßgeblich daran beteiligt, den Verkauf der Landesanteile an der Baugesellschaft zu verhindern und hat rechtzeitig zur Wahl einen Forderungskatalog an die Politik formuliert. Für den 20. August, 19 Uhr, hat sie Politiker und Experten zu einer Podiumsdiskussion in der Maintalhalle eingeladen.

50 Wohnungen mehr

Ralf Sachtleber weiß, dass die geplanten Bauprojekte mit sozialen Auflagen durch die Stadt „keine Riesenzahlen“ an günstigem Wohnraum hervorbringen. 650 Sozialwohnungen gibt es noch in Maintal, 50 neue könnten demnächst hinzukommen, rechnet er vor. Falls die großen Gesellschaften bauen, soll es zudem keine Belegungsrechte mehr für Frankfurter geben. Den Zuzug nach Maintal will Sachtleber indes nicht verhindern. Das wäre seiner Meinung nach falsch, zumal ihm nach eigener Darstellung derzeit die Immobilien-Investoren „die Bude einlaufen“. Deshalb ziehen auch die Preise an. Dennoch seien die Mietpreise weiter nicht höher als anderswo am Rande Frankfurts.

Laut den jeweils aktuellen Mietspiegeln liegt Maintal preislich genau zwischen Frankfurt und Hanau. So müssen in Maintal für den Quadratmeter Wohnung im Schnitt etwa 50 Cent weniger als in der Metropole, dafür aber rund 50 Cent mehr als in Hanau gezahlt werden.

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