Will den Weltkindertag wieder feiern: Monika Böttcher.
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Will den Weltkindertag wieder feiern: Monika Böttcher.

Maintal

Für Kinderrechte sensibilisieren

Monika Böttcher wird auch die nächsten fünf Jahre die Kinder-beauftragte in Maintal sein. Und sie möchte sich weiterhin dafür einsetzen, dass Kinder ihre Rechte kennenlernen. Aber sie will zukünftig auch die Früherkennung von Gewalt in der Familie unterstützen.

Von Rebecca Röhrich

Als Monika Böttcher vor gut fünf Jahren das Ehrenamt Kinderbeauftragte der Stadt Maintal übernahm, musste sie sich zunächst orientieren. „Bei so einem Job gibt es keine genauen Vorgaben“, erklärt sie. „Es steht einem völlig frei, wie man das Amt gestaltet.“ Schnell war für die Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin klar, dass sie ihren Schwerpunkt auf die Kinderrechte, die die UN-Konvention vor 25 Jahren das erste Mal formulierte, setzen möchte.

„Erst wenn Kinder ihre Rechte kennen, wissen sie, wann sie missachtet werden“, sagt die 46-Jährige. Ihr gehe es vor allem um Prävention, bevor einem Kind Gewalt angetan wurde. Deshalb besucht sie nun seit mehr als fünf Jahren regelmäßig Vereine, Kindertagesstätten und Schulen, um die Kinder, aber auch die Erwachsenen über die Kinderrechte aufzuklären und alle Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren.

So hat die rührige PR-Frau vor einiger Zeit einen Aufruf gestartet, bei dem Kinder ihr „Lieblingsrecht“ malen konnten. Über 200 Bilder kamen damals zusammen, die dann in einer Ausstellung gezeigt wurden. Aber genauso wichtig wie solche Aktionen, ist es Böttcher, Impulse zu geben. Das fällt in Maintal auf fruchtbaren Boden, schließlich gab es dort als erste Kommune hessenweit eine eigene Kinderbeauftragte. Außerdem wird dort seit 1992 der Weltkindertag veranstaltet.

Zum 20. Jubiläum 2012 hatte sich die selbstständige Pressesprecherin etwas Besonderes ausgedacht und den Weltkindertag vom Schulhof an das Mainufer verlegt. Dabei konnte sie auf ihre Erfahrung als Expertin für Öffentlichkeitsarbeit zurückgreifen und hatte, trotz eines sehr kleinen Budgets, eine Bühne, Strom und Toiletten organisiert. Das Fest wurde mit mehr als tausend Besuchern ein voller Erfolg. Seit dem ist auch UNICEF ein fester Kooperationspartner ihrer Arbeit und sie wird nicht müde, die kindgerechten Heftchen zum Thema Kinderrechte der Nichtregierungsorganisation zu verteilen.

Stand am Mainufer

Dass dieses Jahr, ausgerechnet zum 25. Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention, das Fest zum Weltkindertag in Maintal aus Kostengründen ausfallen musste, hat die engagierte Frau zum Anlass genommen, gemeinsam mit UNICEF wieder einen Stand am Mainufer für eine Unterschriftenaktion zu errichten.

Ihr Ziel: Nächstes Jahr soll der Weltkindertag wieder gefeiert werden können. Insgesamt 400 Unterschriften kamen bei der Aktion zusammen, die sie am nächsten Tag schnurstracks den Stadtvertretern vorlegte und in einem Redebeitrag vor dem Parlament auf die Bedeutung dieses Tages hinwies. Seit September 2014 befindet sie sich in ihrer zweiten Amtszeit. Dass es sich bei dieser Stelle um ein reines Ehrenamt handelt, empfindet sie nicht als Manko.

„Durch die ehrenamtliche Funktion habe ich einen unabhängigen Status. Ich bin parteipolitisch unabhängig“, so Böttcher. Dadurch können sie sich ausschließlich um die Interessen der Kinder kümmern, ohne bei Vorgesetzten Rechenschaft ablegen zu müssen. Für 2015 plant sie, Menschen, die beruflich viel mit Kindern zu tun haben, für das Thema innerfamiliäre Gewalt stärker zu sensibilisieren. Denn da bestehe, laut Böttcher, noch Aufklärungsbedarf.

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