Polizei im Einsatz (Symbolfoto).
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Polizei im Einsatz (Symbolfoto).

Hanau

Kinderleiche nach 29 Jahren ausgegraben

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Rechtsmedizin untersucht die sterblichen Überreste eines Vierjährigen in Hanau, um weitere Erkenntnisse über die Todesumstände zu erlangen. Der Junge starb 1988 in einer Sekte, er könnte misshandelt worden sein.

Auf einem Friedhof in Hanau-Kesselstadt haben Ermittler am Donnerstag den Leichnam eines im August 1988 gestorbenen Vierjährigen exhumiert, um weitere Erkenntnisse über die Todesumstände zu erlangen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hanau auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Der Junge war in eine Sekte hineingeboren worden und soll dort ausgegrenzt und misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall 2015 neu aufgerollt und ermittelt wegen Mordverdachts gegen eine Person aus der Glaubensgruppe.

Das Grabmal des Kindes existiert nicht mehr; über ihm wurde ein anderes Kind begraben. Dessen Leichnam musste bei der Exhumierung ebenfalls bewegt werden. Das sei unvermeidbar gewesen, sagt Oberstaatsanwalt Dominik Mies. Die betroffenen Eltern hätten ihr Einverständnis gegeben.
Gerichtsmediziner untersuchen nun die sterblichen Überreste des Jungen, der 1988 an seinem Erbrochenem erstickt sein soll, so der damalige Befund des Notarztes. Die Knochen könnten Aufschluss über mögliche Verletzungen geben.

Der Anwalt der verdächtigen Person weist die Vorwürfe, für die es keine objektiven Anhaltspunkte gebe, zurück. Er verweist etwa darauf, dass die Ermittlungen 1988 eingestellt wurden, weil keine Hinweise auf Fremdverschulden vorlagen. Sektenaussteiger berichten unter anderem, der Junge sei geschlagen worden und habe in einem Sack schlafen müssen, der über dem Kopf verschnürt worden sei.
 

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