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Nicht groß, aber viele Großauheimer schätzen ihren Wochenmarkt jeden Donnerstag auf dem Rochusplatz.
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Nicht groß, aber viele Großauheimer schätzen ihren Wochenmarkt jeden Donnerstag auf dem Rochusplatz.

Hanau

Man kennt sich mit Namen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der Großauheimer Wochenmarkt ist klein, kann aber seine Kundschaft überzeugen. Keiner der Händler zieht auf die Frage nach dem Umsatz ein saures Gesicht.

Ingwer, fällt Kundin Bettina Eibeck-Möser kurz vor dem Gehen ein. Obst- und Gemüsehändlerin Erika Debes fischt flink eine große Wurzel aus einem Korb und bricht die gewünschte Menge an der günstigsten Stelle ab. Eibeck-Möser geht gerne früh, vor der Arbeit, über den Markt. Wöchentlich erledigt sie ihre Einkäufe auf dem Großauheimer Wochenmarkt. „Das Angebot ist unübertroffen und in der Qualität besser als in den Einkaufsmärkten“, sagt sie mit Überzeugung.

Auf dem Rochusplatz gibt es kein Überangebot an Waren, aber alles Notwendige ist da. Auch wenn der Fischhändler noch Urlaub macht, wie Obst- und Gemüsehändlerin Debes sagt. Daher stehen auf dem Kopfsteinpflaster donnerstags derzeit nur vier Verkaufsstellen.

Alle vier Wochen steht man zu sechs am Großauheimer Uhrtürmchen, wenn der Anbieter mit Kräutern und Tees mit seinem Stand kommt – und kein anderer Marktbeschicker gerade in Urlaub verweilt. Debes, Metzgerei Neun und Backwaren Kropp sind seit dem Beginn des Marktes im Jahr 2002 dabei. Bärbel und Claus Kröncke beschicken mit ihrem Verkaufswagen den Wochenmarkt seit zehn Jahren mit vielen Käsesorten.

Zufrieden mit dem Umsatz

Keiner der Händler zieht auf die Frage nach dem Umsatz ein saures Gesicht. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Erika Debes. Gleiches bekommt man auch von ihren Mitstreitern zu hören. Lange auf Kundschaft warten muss an diesem Tag in der Tat niemand. Waren es vor Jahren noch überwiegend ältere Leute, die dort einkauften, sind es heute wieder mehr jüngere Leute, berichtet die Marketenderin.

Die rege Kundenfrequenz auf dem Wochenmarkt registrieren offenbar auch andere Geschäftsleute im Ortskern. „Der Wochenmarkt hat ganz klar eine positive Wirkung“, sagt Willi Kaiser vom Gewerbeverein Großauheim. „Die Leute lernen so das Geschäftsangebot in der Hauptstraße kennen.“ Und manche Kaufleute bekämen auf diese Weise auch neue Kunden.

Der Wochenmarkt, so ist zu hören, hat eine große Stammkundschaft, die man mit Qualität und mit einer familiären Atmosphäre pflegt. Oft sprechen die Verkäufer ihre Kunden mit Namen an. Die Hektik bleibt auf dem Großauheimer Wochenmarkt außen vor. Zeit für einen Plausch, für Beratung und Empfehlung nehmen sich die Händler.

Beim Kaffee eine Pause einlegen

Beim Käse Kröncke werden die Leute schon mal auf eine „geschmackliche Reise“ geschickt. Dann schneidet Bärbel Kröncke Proben von einigen der rund 60 internationalen Sorten ab, die in Rädern, Klötzen oder als streichbare Masse in der Auslage präsentiert werden.

Wenn der Fischmann da ist, nutzten Einkäufer ebenfalls die Möglichkeit für ein Mittagessen auf dem Markt, berichtet Debes über ihren Standnachbarn. Dann können die Marktbesucher auch bei einem Kaffee eine Pause einlegen. Am Bäckereistand mit Teigwaren aus der eigenen Backstube hingegen gibt es keinen Kaffee, um ihn am Stehtisch mit einem Stückchen zu konsumieren. Dabei wäre das doch so naheliegend. Das scheint aber auch schon das einzige Manko am Markttag zu sein.

„Nach den Lebensmittelskandalen hat sich das Essverhalten verändert“, erklärt Obsthändlerin Erika Debes den Wandel in der Kundschaft. Familien achteten mehr auf Frische und besonders auf die regionale Herkunft der Produkte. Das bekomme sie immer wieder zu hören. In ihrer Wohnortgemeinde Mömbris betreiben die Debes‘ einen Obsthof.

Was nicht selbst an heimischem Obst und Gemüse angebaut wird, wird aus der Umgebung bezogen, sagt Debes. Bei der Metzgerei Neun wird sogar noch geschlachtet und die Fleischwaren im eigenen Betrieb in Gedern hergestellt, sagt Juniorchef Alexander Neun. Nur das Geflügel werde zugekauft.

Mittlerweile beschicken die Neuns wegen der hohen Nachfrage nach ihren Fleischwaren mit zwei Verkaufswagen die Wochenmärkte in der Region. „Wir waren vor Jahren der erste Metzger im Raum Gedern, der seine Produkte auch auf Wochenmärkten anbot. Dafür sind wird damals noch belächelt worden“, sagt Alexander Neun.

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