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Erst gekauft, zwei Jahre später wieder verkauft: die Argonner-Turnhalle.
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Erst gekauft, zwei Jahre später wieder verkauft: die Argonner-Turnhalle.

Turngemeinde Hanau

Keine Entlastung für Vorstände

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Die Turngemeinde Hanau kommt nicht zur Ruhe. Die Delegiertenversammlung diskutiert über die Jahresbilanz 2012. Im Anschluss entlastet sie die Vorstandmitglieder nicht. Juristische Konsequenzen aus der Nicht-Entlastung will der Vorstand jedoch nicht ziehen.

Die Turngemeinde Hanau kommt nicht zur Ruhe. Die Delegiertenversammlung diskutiert über die Jahresbilanz 2012. Im Anschluss entlastet sie die Vorstandmitglieder nicht. Juristische Konsequenzen aus der Nicht-Entlastung will der Vorstand jedoch nicht ziehen.

Ein Minus von 300.000 Euro, vier nicht-entlastete Vorstandsmitglieder, darunter der ehemalige Präsident, zahlreiche Vorwürfe und der feste Wille, dennoch optimistisch in die Zukunft zu schauen. Das ist das Ergebnis der Delegiertenversammlung der Turngemeinde Hanau, des größten Sportvereins der Region mit rund 3700 Mitgliedern.

Juristische Konsequenzen aus der verweigerten Entlastung will der derzeitige Vorstand aber nicht ziehen. Wenn man Ehrenamtliche in Haftung nehme, „werden wir auf Dauer keine mehr finden“, sagte TGH-Präsident Rüdiger Arlt. Ähnlich hatte sich der Vorstand im Januar geäußert, als die Vereinsmitglieder zum ersten Mal über die desaströse finanzielle Lage informiert wurden. Arlt war im November ernannt worden, nachdem der damalige Vorsitzende und andere Vorstandsmitglieder zurückgetreten waren.

Rund 150 Menschen waren am Mittwoch in die Jahnhalle gekommen, davon ein Großteil der 110 Delegierten und 22 Abteilungsleiter. Nachdem Vereinspräsident Arlt, Steuerberater Stefan Gorselitz, Geschäftsführer Sven Mayer, Vize-Vorsitzender Klaus Jacob und andere zwei Stunden lang über das „erhebliche Finanzloch“ und das Konsolidierungsprogramm gesprochen hatten, trat zum Punkt „Entlastung des Vorstands 2012“ Ehrenpräsident Walter Mosler an Mikrofon. Er stellte den Antrag, über jedes damalige Vorstandsmitglied einzeln abzustimmen. Und er übernahm es auch, die lange Liste der Verfehlungen vorzutragen, die er und der aktuelle Vorstand den Ehemaligen vorwerfen.

Mit großer Mehrheit (bei einigen Enthaltungen) folgten die Delegierten den Vorschlägen Moslers. Somit wurden Ex-Präsident Robert Oestreich, die beiden Vizepräsidenten Jens Gottwald und Sebastian Bartholomäus sowie Karsten Baumann nicht entlastet. Drei sind aus der TGH ausgetreten, aber den Profi-Basketballern treu geblieben: Bartholomäus und Oestreich sind Gesellschafter der White Wings GmbH, an die die TGH im April die Lizenz für die Liga Pro-B der Profi-Basketballer für 100 000 Euro verkauft hat. Gottwald ist dort als Manager engagiert.

Grundlage des Unmuts der Delegierten ist das Minus von 300 000 Euro, das in der Bilanz 2012 steht. Die Höhe des Verlustes hatte sich schon im Januar angedeutet. Inzwischen habe das Steuerbüro Gorselitz die gesamte Buchführung von 2012 überprüft und den Jahresabschluss erstellt, sagte Arlt am Mittwoch.

Den allergrößten Teil des Verlustes, 220 000 Euro, schreibt der Vorstand der Profimannschaft der Basketballer zu. Dabei sind offenbar vor allem nicht-gezahlte Sozialversicherungsbeiträge und Steuern das Problem. Vielleicht hätten auch nicht alle Sponsoren die zugesagten Summen gezahlt, sagte Arlt. Zudem sollen die Männer ohne Vorstandsbeschluss gehandelt, ihre Berichtspflicht verletzt und das Vier-Augen-Prinzip außer Kraft gesetzt haben.

Das alles habe „viel an Vertrauen kaputt gemacht“, sagte Mosler. Doch das trifft nach Ansicht Moslers und der Delegierten nicht auf alle Vorstände aus dem Jahr 2012 zu. So wurden einige durch die Delegierten fast einstimmig entlastet. Unter ihnen Geschäftsführer Mayer, der sich sogar „einer Reihe von Oestreichs Anweisungen widersetzt hatte“, wie Mosler lobend hervorhob.

Trotz der „großen Zerreißprobe“ legt Präsident Arlt großen Wert darauf, dass der Verein optimistisch in die Zukunft schaut. Schließlich habe der neue Vorstand einen Kredit über 200.000 Euro aufgenommen, die Basketball-Lizenz verkauft, die Kommunikation verbessert und das Vier-Augen-Prinzip wieder eingeführt.

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