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Seit 50 Jahren gibt es die  katholische Kirche St. Elisabeth, in der sich viele Menschen engagieren.
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Seit 50 Jahren gibt es die katholische Kirche St. Elisabeth, in der sich viele Menschen engagieren.

Hanau

Kein Fest ohne Ehrenamtliche

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Die katholische Kirche St. Elisabeth in der Weststadt wurde vor 50 Jahren geweiht. Hans Burster, Vize-Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, hat eine Ausstellung über den Kirchenbau an der Kastanienallee konzipiert.

Ein Treffen allein mit dem Pfarrer, um über das 50-jährige Bestehen der Kirche zu sprechen? Das gibt es für Pfarrer Andreas Weber nicht. Für ihn besteht Kirche vor allem aus „lebendigen Steinen“: den Mitgliedern und den Ehrenamtlichen in der katholischen Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Hanaus Weststadt. Von den rund 200 hat er eine Handvoll zusammengetrommelt, Alte und Junge, um über Kirche, Gemeinde und das Jubiläumsfest am Sonntag zu berichten.

Der 17-jährige Jan Windhövel spielt auf der Orgel, zudem absolviert er eine dreijährige Ausbildung zum Kirchenmusiker der Stufe C. Sein Zwillingsbruder Patryk Antoni ist Obermessdiener und hat mit den Messdienerinnen und Messdienern unter anderem Ständer für Weihrauch gebastelt, die sie verkaufen wollen.

Flüchtlinge kamen dazu

Hans Burster, Vize-Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, hat eine Ausstellung über den Kirchenbau an der Kastanienallee konzipiert. Am 15. September 1963 wird der Grundstein für Kirche und Pfarrhaus gelegt. Nur ein Jahr später, am 30. August 1964, feiert Pfarrer Karl Schönhals mit den Gläubigen die Kirchweih – und zugleich, dass aus der Kuratie, einer Art Nebengemeinde, eine eigene Pfarrei geworden ist. Die katholische Gemeinde war in den Jahren zuvor immer weiter gewachsen, vor allem durch Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die mit rotem Mainsandstein verkleidete Kirche mit dem freistehenden Glockenturm ersetzte das Missionshaus samt Kapelle. In der Gestaltung orientierte sich Architekt Johannes Reuter an der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils: Der Altar wurde nach vorn zur Gemeinde hin gezogen, für die Lesungen gibt es zwei Pulte und der Taufstein steht am Eingang der Kirche.

Stolz sind die Aktiven darauf, dass der Innenraum vor fünf Jahren nicht nur renoviert, sondern auch neu gestaltet wurde. Der Künstler Eberhard Münch aus Wiesbaden bemalte die Altarwand farbig und entwarf Fahnen, die zu besonderen Gottesdiensten hinter dem freischwebenden Altarkreuz aufgehängt werden. Die gefallen Raimund Luger, Vize-Vorsitzender im Verwaltungsrat, besonders gut. Die „frischen Farben spiegeln die Lebendigkeit der Gemeinde wieder“, sagt er. Und Jutta Burster, die sich ebenfalls im Verwaltungsrat um die Finanzen der Gemeinde kümmert und in der Elisabeth-Kirche geheiratet hat, mag besonders den großen Altarraum.

Pfarrer vertraut auf Aktive

Vor einem Jahr wurde auch gefeiert: der neu gestaltete Kirchvorplatz, der allen Menschen im Stadtteil offen steht. Dafür gab es eine Beteiligung der Gemeindeglieder. 4700 Menschen gehören zur Elisabeth-Gemeinde in der Weststadt, Hohe Tanne, Mittelbuchen und Maintal-Wachenbuchen, sagt Pfarrer Weber, der Dechant des Dekanats Hanau ist. Die Zahl sei in den vergangenen drei Jahren konstant geblieben, dazu habe auch das Neubaugebiet Mittelbuchen beigetragen. Bei Gottesdiensten an normalen Sonntagen zählt der ehrenamtliche Küster Klaus Klisch 400 bis 500 Besucher, in der Außenstelle Hohe Tanne sind es um die 50.

Ökumenische Beziehungen gibt es zur evangelischen Friedenskirche im Stadtteil. Eine Moscheegemeinde existiert nicht, obwohl in der Weststadt viele Muslime leben.

Kirche und Gemeindehaus sauber halten, Feste organisieren, Gottesdienste feiern, 15 Gruppen organisieren – all das schafft die Gemeinde nur mit 200 Ehrenamtlichen. Das weiß auch Pfarrer Weber und vertraut auf deren Fähigkeiten. „Jeder verantwortet seinen Bereich, da rede ich nicht rein“, sagt er. Dennoch spiele er eine wichtige Rolle, betont Raimund Luger: „Pfarrer Weber hält alles zusammen, er ist der Kopf und der Motivator.“

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