Hanau

„Ein gut bestelltes Haus“

  • schließen

Ramona Ettrich spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über ihre neue Aufgabe bei Galeria Kaufhof und Hanau als Einkaufsstadt.

Ramona Ettrich, 40, wurde in Berlin geboren und lernte dort im Kaufhaus Wertheim, Steglitz (heute Karstadt) den Beruf der Einzelhandelskauffrau. Sie arbeitete 20 Jahre lang für Karstadt in verschiedenen Filialen, seit 2011 als Filialgeschäftsführerin. Zuletzt war sie in Göttingen tätig, seit Juni arbeitet sie in Hanau. Die Filialleitung ist ihre erste Position bei Galeria Kaufhof.

Frau Ettrich, Sie sind seit Juni Geschäftsführerin bei Galeria Kaufhof in Hanau – können Sie die Situation des Hauses schon einschätzen?
Ja, ich kann sagen, dass ich von meinem Vorgänger Joachim Nötscher ein gut bestelltes Haus übernommen habe. Das Team ist klasse: Alle, die jungen und die erfahreneren Mitarbeiter, wollen zusammenarbeiten und haben Lust auf Neues und Ideen für unsere Entwicklung. Das stimmt mich sehr positiv für unsere Zukunft.

Haben Sie sich schon einen Eindruck vom Einzelhandel vor Ort machen können?
Die gesamte Situation kann ich noch nicht einschätzen. Aber ich glaube, dass Hanau mit der neugestalteten Innenstadt eine wirkliche gute Aufenthaltsqualität und sich zur Einkaufsstadt entwickelt hat. Ich sehe die Chance, Hanau auch für Kunden außerhalb der direkten Umgebung bon Hanau noch interessanter zu machen.

Wie wollen Sie das angehen?
Ich habe die lange Einkaufsnacht am 16. Juli miterlebt, die sich ja in der gesamten Innenstadt abgespielt hat. Das war eine total gelungene Aktion, überall gab es Aktionen und Unterhaltung, auch die Seitenstraßen waren gut belebt. Das ist es, was wir anbieten müssen: Einen Mehrwert für die Kunden; Aktionen und Angebote über das reine Einkaufen hinaus.

Das geht nur, wenn die Einzelhändler an einem Strang ziehen.
Das ist richtig. Joachim Nötscher hat mich gleich zu Beginn dem Hanauer Marketing Verein (HMV) vorgestellt, in dem wir Mitglied und auch im Vorstand sind. Wir machen gute Arbeit, die zeigt, dass sich das Zusammenarbeiten auszahlt für Hanau.

Der HMV fordert unter anderem, dass sich alle Einzelhändler, große und kleine, auf einheitliche Öffnungszeiten einigen.
Diese Forderung halte ich für absolut richtig. Es ist schade, wenn die Geschäfte beispielsweise im City Center, am Marktplatz und im Forum bis 20 Uhr geöffnet haben, dazwischen aber einige Läden bereits zu sind. Ich glaube, dass dies denen schadet, die noch offen haben, weil die Straßen leerer sind und somit die Aufenthaltsqualität sinkt. Ich kann aber auch verstehen, dass es sich ein kleinerer Händler nicht so einfach leisten kann, zwei Stunden länger geöffnet zu haben, wie eine größere Filiale.

Bei den großen Händlern scheint das Geschäft zu laufen, aber in den vergangenen Monaten mussten immer wieder kleinere Läden schließen. Ist das für ein Kaufhaus wie Ihres gut oder schlecht?
Es ist nie gut, wenn ein Händler seinen Laden schließen muss, weil es sich für ihn nicht mehr lohnt. Es ist schlicht ein Verlust für die Vielfalt in der Stadt. Gerade Geschäfte mit speziellem Angebot wie der Schuh-Shop (s.u.) bieten Ware an, die wir gar nicht im Sortiment haben. Das kann dazu führen, dass Kunden in Zukunft in eine andere Stadt fahren müssen und das bekommen auch wir zu spüren.

Welche Abteilung in ihrem Haus würden Sie gerne ein wenig umkrempeln?
Die Süßwarenabteilung! (lacht) Das Geschäft dort läuft zwar super und die Auswahl ist gut, aber wir haben schon eine Vorstellung. Im Moment bauen wir gerade in der Damenoberbekleidung um und verändern unser Markenportfolio.

Interview: Elena Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare