Hanau

Jagdhaus mit ungewisser Zukunft

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Das Lokal an der Alten Fasanerie ist geschlossen. Die Zukunft des einstigen Jagdhauses in Klein-Auheim ist ungewiss. Eine Sanierung wird geprüft.

Im Herbst ist der langjährige Gastronom ausgezogen. Ein Gutachten soll nunmehr den Sanierungsaufwand belegen. Bei Hessen-Forst und im Forstamt Wolfgang, zu dessen Verwaltungsbezirk das Jagdhaus gehört, geht man von hohen Kosten aus.

„Ein Architekt sowie Fachleute für Holzbau und Statik sind beauftragt worden, den baulichen Aufwand lediglich für eine Grundsicherung zu ermitteln“, sagt Sigrun Brell von der Forstamtsleitung auf Anfrage der FR. Bei der Betrachtung der Bausubstanz habe sich aber bereits bestätigt, dass bei den hölzernen Bauteilen des 1705 erstellten, denkmalgeschützten Hauses einiges im Argen liegt. Das Gutachten werde aber nicht alle über die Jahre entstandenen baulichen Schäden erfassen können, manches werde wahrscheinlich erst im Laufe der Sanierung zutage treten, so Brell. Ein Problem bereitet aber auch mindestens eine Veränderung durch die vorherigen Pächter. „Es ist eine tragende Wand herausgenommen worden.“

Ob dies der Grund war, dass Hessen-Forst den Gastronom, der sich mutmaßlich über einen gut laufenden Betrieb freuen konnte, vor die Tür setzte, war aus Kassel nicht zu erfahren. „Der Vertragspartner hat seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt, sodass wir nach langer Diskussion das Vertragsverhältnis beenden mussten“, teilt Pressesprecher André Schulenberg mit.

Nicht nur die Sanierungskosten, die laut Hessen-Forst vermutlich im höheren sechsstelligen Bereich liegen werden, sind aktuell noch unbekannt. Offen ist ebenso, wie die Instandsetzung finanziert werden kann. „Es muss vielleicht auch die Frage gestellt werden, inwiefern es noch sinnvoll ist, das Gebäude in welchem Umfang zu sanieren. Die Ausgaben werden immerhin aus Steuern bezahlt“, sagt Schulenberg. Das Hessen-Forst übergeordnete hessische Umweltministerium soll zur Lösungsfindung einbezogen werden. „Die Suche wird ergebnisoffen geführt.“ Dass Hessen-Forst das sanierte Gebäude erneut an einen Wirt verpachten wird, könne keineswegs als gegeben angesehen werden, heißt es.

Gastronomie, die aus mehr als dem derzeitigen Kiosk und mobilen Imbisses besteht, werde dringend benötigt, sagt Sigrun Brell. Immerhin zähle der Wildpark Alte Fasanerie durchschnittlich 200 000 Besucher im Jahr. Eine Wiedereröffnung des Jagdhauses als Lokal sei damit vertretbar. „Aber wir hängen nicht an dem Haus als Gaststätte, die kann auch auf dem Gelände des Wildparks liegen“, sagt Brell. Familien zählten mit zur größten Besuchergruppe, die eher eine „Durchlaufgastronomie“ wünsche.

Was Wildparkbesucher wünschen, werde derzeit in einer Umfrage ermittelt, die unabhängig von der Situation des Jagdhauses läuft, so Brell. Schon jetzt zeige sich, dass den Besuchern ein Café oder Bistro auf dem Gelände fehle. Ob es kommen wird und wo es entstehen könnte, sei jedoch noch kein Thema, ebenso die Finanzierung. Dass sich hierbei der Förderverein Alte Fasanerie Wildpark als Fundraiser für ein Wildparkcafé oder für die Sanierung des Jagdhauses als Lokal einbringt, dazu gibt es laut Brell noch keine Überlegungen. „Der Förderverein kümmert sich in erster Linie um das Wohl der Tiere“, so Brell.

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