Das Alte Schloss in Büdesheim
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Das Alte Schloss in Büdesheim

Schöneck

Investor wehrt sich gegen BI

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Der Streit um das Alte Schloss in Büdesheim geht weiter. Der Investor Werner Dietz, der das Gebäude kaufen will, wehrt sich gegen Vorwürfe der Initiative „Bürger pro Altes Schloss“, die die Gemeindevertretung vor einem „übereilten Verkauf“ gewarnt hatte.

Der Streit um den Verkauf des Alten Schlosses in Büdesheim geht weiter. Der Beschluss, das Gebäude an den Investor Werner Dietz aus Schotten zu verkaufen, war kürzlich von der Gemeindevertretung verschoben worden, weil das Verkehrswertgutachten für das Gebäude erst wenige Stunden vor der Sitzung vorgelegen hatte.

Nun wehrt sich Dietz gegen Vorwürfe aus der Initiative „Bürger pro Altes Schloss“. Die hatte in einem offenen Brief an Bürgermeisterin Cornelia Rück (SPD) und die Gemeindevertretung vor einem „übereilten Verkauf“ des Schlosses an ihn gewarnt. Eine von der Initiative beauftragte Anwaltskanzlei hatte Verstöße gegen EU-Ausschreibungsrecht geortet, die FDP wollte einen Investorenwettbewerb anfahren, der aber zum Unverständnis von Liberalen und FWG von CDU, FDP und Grünen mehrheitlich abgelehnt worden war.

Der Investor Dietz sei von Anfang an „Wunschinvestor der Gemeinde“ gewesen, Alternativen habe man nie ernsthaft geprüft. Und man habe keine Referenzen des Investors finden können.

Dagegen wehrt sich Dietz mit Nachdruck: Seine Referenzen habe er bereits in der Bürgerversammlung im Juli ausführlich vorgestellt. Er verwies bereits damals auf eine ganze Reihe historischer Gebäude, die er vorbildlich saniert habe – und auf den Denkmalschutzpreis des Landes Hessen, dessen Träger er ist. „Der offene Brief der Bürgerinitiative enthält Angaben zu unserer Firma, die vorsätzlich falsch sind und unsere Qualifikation und Bonität in Zweifel ziehen sollen“, sagt Dietz. Wenn die BI das nicht zurücknehme, werde er sich juristische Schritte vorbehalten.

Derweil bleibt die FDP bei ihrem Vorwurf, der Gemeindevorstand habe den Schlossverkauf nicht sorgfältig vorbereitet. Allein, dass die Bürgerinitiative in ihrem Brief vergaberechtliche Bedenken gegen den Verkauf an Dietz äußere, beweise das, so FDP-Fraktionsvorsitzende Anke Pfeil. „Dass derartige Fragen im Vorfeld einer beabsichtigten Veräußerung hätten geklärt werden müssen, versteht sich von selbst.“ Der Brief der Bürgerinitiative sei „der einzig wahre Grund für die Vertagung der Verkaufsentscheidung“, befindet Pfeil.

Zudem heißt es von der Initiative, das Schloss sei gar nicht so marode und sanierungsbedürftig wie es dargestellt werde, „sondern schlicht etwas heruntergekommen und ungepflegt“. Deshalb sei der Sanierungsbedarf nicht so hoch, außer einer gründlichen Reinigung und dem ein oder anderen Anstrich gebe es „keinen akuten Handlungsbedarf“, heißt es.

Ob der Haupt- und Finanzausschuss der Schönecker Gemeindevertretung aber wie anvisiert bereits in seiner Sitzung am 15. Januar einen neuen Beschlussvorschlag zum Verkauf des Alten Schlosses unterbreiten kann, sei fraglich. Es müsse noch die Stellungnahme des Hessischen Städte- und Gemeindebundes zum Wert- und Rechtsgutachten abgewartet werden, erklärt die Bürgermeisterin. Das liege dort vor. Eine Antwort könne sich aber wegen der Ferien verzögern. Der Verkauf müsse rechtlich hieb- und stichfest sein, unterstreicht sie. „Wir müssen das endlich in die Spur bekommen. Und wenn laut der Stellungnahme des Städte- und Gemeindebunds nachgebessert werden muss, dann werden wir das natürlich tun“, erklärt Bürgermeisterin Rück inzwischen von den Versäumnisvorwürfen merklich genervt, die sich ausdrücklich zurückweist.

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