Internet-Baustellen in 23 Orten

Nidderau Weitere Anschlüsse an Glasfaser-Leitungen / Standard auch für Schulen

Von Christoph Süß

Der Ausbau des schnellen Internets im Kreis kommt voran. Vor wenigen Tagen erst nahm die Firma M-net ihre ersten Glasfaser-Leitungen in Hanau, Wächtersbach und Bad Soden-Salmünster in Betrieb, gestern gab Landrat Erich Pipa (SPD) den Startschuss für den Lückenschluss in Eichen. Der Stadtteil gilt als unterversorgt.

Spätestens im September sollen die Glasfaser-Leitungen unter der Erde liegen – wegen der hügeligen Lage muss höchstwahrscheinlich auch die Straße aufgerissen werden. In Jossgrund, wo gestern ebenfalls mit den Arbeiten begonnen wurde, sind die Leitungen laut Breitband-Chefin Susanne Simmler vermutlich schon im Juni fertig. Insgesamt 23 solcher Baustellen gibt es in der ersten Ausbaustufe.

Als der Landrat vor einem Jahr quer durch den Kreis mit den Bürgern über ihre Versorgungslage sprach, hatten sich in Eichen besonders viele Einwohner zu Wort gemeldet. „Ich habe mein Wort gehalten“, sagte Pipa gestern an ein Dutzend von ihnen gewandt. Laut Susanne Simmler liegen aus allen vier Nidderauer Stadtteilen insgesamt über 350 Interessenbekundungen für einen Netzanschluss vor.

Laut Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) haben nun auch die Erbstädter stärkeres Interesse am Surfen im Internet mit bis zu 50 Megabit in der Sekunde angemeldet. „Wer zuerst kommt, mailt zuerst“, sagte er in Anspielung auf Pipas Versprechen. Die beiden Haupt-Stadtteile kommen ohnehin dieses Jahr noch an die Reihe, schließlich richtet sich der Ausbauplan nach dem Verlauf der Hauptleitung.

Nachdem Hanaus Stadtteil Mittelbuchen angeschlossen ist, wird das Glasfaser-Netz nun weiter entlang der Gastrasse durch das Kinzigtal gelegt. In Eichen wird ein guter Kilometer Kabel verlegt, der die drei Multifunktionskästen des Kreises an die Hauptleitung anschließt. Von dort gehen die Kabel weiter an die Haushalte und Betriebe.

Knapp 4000 Haushalte wurden bereits ans Glasfaser-Netz angeschlossen. Insgesamt 40000 sollen bis Ende des Jahres über den schnellsten derzeit verfügbaren Internet-Standard verfügen.

„Im Moment ist unsere Verbindung langsam und instabil“, sagt eine ältere Bürgerin, die von Eichen aus eine Firma leitet. Trotz der klirrenden Kälte ist sie zum Startschuss des Projekts gekommen. Neben einer Bankfiliale beginnt der Ausbau, die Straße soll jedoch erst nach Ostern aufgerissen werden.

Demnächst wird auch die Realschule in Bad Orb an das schnelle Netz angeschlossen. Der Kreis denkt laut Pipa darüber nach, dies auf alle übrigen Schulen auszudehnen. „Enttäuscht mich nicht“, sagte er an die Bürger gewandt. Der Kreis gibt schließlich viel Geld aus, um seine Bürger an die Datenautobahn anzuschließen. Pipa appelliert an sie, ihre alten Telefonverträge vorerst nicht zu kündigten und sich im Herbst direkt an die Firma M-net zu wenden.

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