Hanau

Infektion mit Keimen

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Klinikum nimmt wieder eingeschränkt Frühchen auf. Intensivstation bleibt jedoch bis April geschlossen. Drei von den vier erkrankten Säulingen sind genesen.

Anfang Januar erkrankten vier Frühchen, eines davon lebensbedrohlich, auf der neonatologischen Intensivstation des Klinikums Hanau am Bakterium der Gattung Enterobacter cloacae. Daraufhin wurde die Station am 30. Januar geschlossen. Wie die Klinik mitteilt, ist nun zur Versorgung von Frühchen eine Übergangsstation eröffnet worden, die im abgetrennten Bereich einer anderen Intensivstation liegt. Dort stehen für Frühchen und kranke Neugeborene jedoch nur sechs Betten bereit, in der neonatologischen Intensivstation waren es 20.

Die geschlossene Station wird derzeit in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auf die Wiedereröffnung in spätestens fünf Wochen vorbereitet, heißt es. In dieser Zeit würden die notwendigen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen der Station sowie vorgezogene Modernisierungsarbeiten vorgenommen. Letztere seien technischer Art, heißt es auf Anfrage.

„Trotz umfassender Untersuchungen der hauseigenen Krankenhaushygiene unter Einbeziehung externer Experten ist die Keimquelle weiterhin ungeklärt“, berichtet die Pressesprecherin des Klinikums, Michaela Farr. Eine Überarbeitung des Hygienekonzepts sei nicht nötig, da dies alle Vorschriften erfülle.

Das Bakterium ist in der normalen Darmflora eines Erwachsenen zu finden. Für Frühgeborene kann es wegen deren noch sehr schwachem Immunsystem lebensbedrohlich sein.

Keimquelle unklar

Erste Symptome wie Fieber und Kurzatmigkeit sind laut Klinikum an den betroffenen Kindern am 3. Januar festgestellt worden. Auf Anfrage der FR hieß es seinerzeit, dass die Säuglinge „nicht alle gemeinsam in einem Zimmer“ lagen. Nach Bekanntwerden der Infektion seien auf die Station keine Kinder mehr aufgenommen worden. Die Erkrankten seinen auf einer anderen Station isoliert in Einzelzimmern untergebracht worden. Das Klinikum sehe sich erstmals in der jahrzehntelangen Geschichte der Neonatologie mit einer solchen Situation konfrontiert, sagte Geschäftsführer Volkmar Bölke.

Von den vier erkrankten Kindern konnten mittlerweile zwei Frühchen nach einer Behandlung mit Antibiotika als genesen nach Hause entlassen werden, heißt es. Ein drittes Kind habe die Erkrankung ebenfalls überwunden. Es werde jedoch aufgrund seiner Frühgeburt weiter im Klinikum betreut und steht ebenfalls vor der Entlassung nach Hause. Auch hier stellte sich nach der Antibiotikatherapie eine rasche Besserung ein.

„Das Frühgeborene, welches sich im kritischen Zustand befand, wurde inzwischen für eine spezielle Therapie in eine andere Klinik verlegt“, berichtet Farr. Über den aktuellen Zustand und wo das Kind behandelt wird, machte das Klinikum zum Schutz der Familie keine Angaben.

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