+
Die Fassade bleibt, der alte Kiosk (links) kommt weg.

Hanau

Kur für das DGB-Haus

  • schließen

Das DGB-Haus soll gründlich saniert und modernisiert werden. Es handelt sich um einen 50er-Jahre-Bau. Die Fassade bleibt. Der Buchladen zieht um die Ecke.

Mehr Platz für Bücher, zum Stöbern und Wohlfühlen – darauf freuen sich Dieter Dausien und sein Team aus der Buchhandlung am Freiheitsplatz. „Wir bringen Sie um die Ecke“ steht auf den ironisch gemeinten Infozetteln im Schaufenster – am Wochenende zieht der Laden vorübergehend in das fast benachbarte Haus der Gesundheit, denn das DGB-Haus, das Dausien, eine Anwaltskanzlei, den SPD-Unterbezirk, die Gewerkschaften Verdi und IG-Metall und eine italienische Organisation namens Ital-Uil als Mieter hat, soll gründlich saniert und modernisiert werden.

„Das Gebäude stammt aus den 50er Jahren“, sagt Tobias Huth, Gewerkschaftssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Südosthessen. „Bereits seit dem Ende der Arbeiten am Freiheitsplatz wollten wir hier etwas machen und das Haus erneuern, nun ist es endlich soweit.“ Sanieren wird die Eigentümerin, die Vermögens- und Treuhandgesellschaft des DGB. Bis auf die Buchhandlung, die sich für die Übergangszeit die nahgelegenen Räume sichern konnte, in der bis vor einiger Zeit der Forumsbetreiber HBB seine Büros hatte, ziehen alle Mieter in die Willy-Brandt-Straße 23, in das sogenannte Business Triangle. Dort sollen alle Leistungen im gewohnten Umfang angeboten werden können, einzig das Jugendheim des Gewerkschaftsbundes kann für die kommenden rund zwölf Monate nicht gemietet werden.

Der schon lange leer stehende Kiosk, der bis zur Fertigstellung des Forums unter anderem als Servicestelle der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) genutzt worden ist, soll abgerissen werden, ein Neubau ist geplant. Doch der Bauantrag ist noch nicht durch, wann die Arbeiten beginnen, ist laut Huth noch nicht absehbar.

Davon unberührt bleibe die Sanierung des DGB-Gebäudes, die rund elf Monate dauern soll. Der Umzug der Mieter ist für Ende September vorgesehen. Die Fassade des Gebäudes ist denkmalgeschützt ebenso wie die Treppe im Inneren – sie werden nicht verändert, sondern lediglich herausgeputzt. Neben den nötigen Sanierungen wie Wärmedämmung, Erneuerung der Leitungen und Modernisierung der Toiletten sollen einige Wände versetzt werden, um den vorhandenen Raum besser zu verteilen, erläutert Huth. Der Haupteingang rutscht weiter nach links. Damit erhält der Buchladen gut 50 Prozent mehr Fläche, die, wo momentan noch der Eingangsbereich des DGB-Hauses liegt.

Mehr Raum zum Lesen

„Dann sind wir auch vom Freiheitsplatz aus besser sichtbar“, freut sich Dausien. Auch wenn er keine 1A-Lage habe, sei er sehr zufrieden. „Der kleine Platz vor dem Eingang und die Parkplätze sind gut für uns.“ Die Räume, die nun als Zwischenstation genutzt werden, seien jedoch auch ein Glücksfall, so der Buchhändler.

„Wenn wir in eine andere Ecke der Stadt hätten ziehen müssen, wäre das schlecht für das Geschäft gewesen“, schätzt Dausien. Der Buchladen am Freiheitsplatz wächst nach der Sanierung von 100 auf 160 Quadratmeter; auf dem zusätzlichen Platz entstehen zum einen Büros direkt hinter der Verkaufsfläche, bisher befinden sich diese im vierten Stock des Hauses, und zum anderen möchte Dausien mehr Raum für Aufenthaltsqualität schaffen.

„Es soll mehr Möglichkeiten geben, sich hinzusetzen und in Ruhe zu lesen.“ Außerdem würde er gerne mehr Bildbände anbieten: „Die sind der Traum eines jeden Buchhändlers“, sagt er lachend – nun habe er endlich Platz für die großen Bücher. Außerdem soll es eine neue Inneneinrichtung geben. „Wir investieren – und haben die große Hoffnung, dass sich das auszahlt“, sagt der Buchhändler.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare