Hanau

„Ich war von der Spielsucht getrieben“

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
    schließen

Ein 26-Jähriger ist wegen Raubüberfällen auf einen Supermarkt, Tankstellen und einer Spielothek angeklagt. Vor Gericht legt der Mann nun überraschend ein Geständnis ab.

Er sei seit seinem 16. Lebensjahr automatenspielsüchtig und diese Spielsucht, beziehungsweise der sich daraus ergebende chronische Geldmangel habe ihn auch am Abend des 22. November 2013 geritten, den Rewe-Markt in Linsengericht-Altenhaßlau zu überfallen. Ja, er sei es gewesen, er habe auch die Idee gehabt. Überraschend plötzliches Geständnis im Prozess gegen einen 26-Jährigen wegen fünf Raubüberfällen auf den Supermarkt, Tankstellen und eine Spielothek in den Jahren 2013 und 2014 im Raum Gelnhausen.

Seine Einlassung lässt der Angeklagte durch seinen Verteidiger Bruno Wolf verlesen. Er bereue die Tat aufrichtig und bitte die Kassierin, die er damals mit einer Schreckschusspistole bedrohte und mit deren Knauf er ihr auf den Kopf schlug, um Entschuldigung. Er wisse, dass er „ganz unten“ angekommen und „verwahrlost“ gewesen sei, der Überfall sei ein Rieseneinschnitt in seinem Leben gewesen. Mit den anderen vier Überfällen habe er aber nichts zu tun. Die Frau, die als Nebenklägerin auftritt und psychisch unter dem Überfall leidet, nimmt die Entschuldigung an.

Der 26-Jährige nennt auch seinen Mittäter jenes Abends: Es sei der 24-jährige Zeuge, den die vorsitzende Richterin Susanne Wetzel vergangene Woche in Beugehaft steckte, weil er der zweiten großen Strafkammer nachweislich hanebüchenen Unsinn erzählte und sich erheblich danebenbenahm. Auch für ihn ist der vierte Verhandlungstag am Montag der Tag der Reue. Er entschuldigt sich bei der Richterin für sein Verhalten in der vergangenen Woche.

Er habe sich unter Druck gefühlt, von Kumpels, die zeitweise sogar im Zuschauerraum von Saal A 215 des Hanauer Landgerichts saßen. Diesen Verdacht hatte die Richterin ohnehin. Der reuige Zeuge streitet aber jede Tatbeteiligung ab.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 4. Februar, 14 Uhr fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare