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Ein hübsches Gesicht

Erlensee Leipziger Straße hat ihren Autobahncharakters abgestreift

Von JÖRG ANDERSSON

Jahrzehnte war Rückingen Sinnbild einer autogerechten Ortschaft. Bis zu sieben Fahrspuren trennten an der Abzweigung nach Rodenbach die Häuserreihen entlang der Leipziger Straße, die, von Leitplanken flankiert, Autobahncharakter besaß. Noch in den 90er Jahren definierten Straßenbauer die ehemalige B 40 als "außerörtliche Landesstraße", auf der Tempo 70 erlaubt war. "Über hunderte von Metern gab es keine Möglichkeit zum Überqueren", erzählt Tiefbauamtsleiter Werner Haas.

Nach jahrelangem Rückbau ist die von Stadtplanern und Sozialarbeitern wegen der Isolierung ganzer Wohnquartiere beklagte "Trennlinie" seit gestern offiziell verschwunden. Rückingen hat nun ein "hübsches Gesicht", wie Bürgermeister Stefan Erb (SPD) während der Verkehrsfreigabe durch Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) bemerkte.

Gestaltungselement Kreisel

25 Jahre Planung und sechs Jahre Bauzeit hat das neue Antlitz der Leipziger Straße beansprucht. Rund zwei Millionen Euro in einer ersten Etappe im östlichen Teil bis Ende 2003 und nun noch einmal rund 3,8 Millionen Euro für die 1,4 Kilometer bis zum Ortsausgang Richtung Hanau. Die Kosten haben sich die Gemeinde Erlensee und das Land hälftig geteilt. Mehr als 9000 Quadratmeter Asphalt sind aufgebrochen worden. Gewaltige Flächen, die nicht nur Platz für Geh- und Radwege sowie moderne Bushaltestellen boten, sondern nun noch Spielraum für eine ortsgerechtere Randbebauung durch Gewerbe und Handel lassen. Ein neuer Lebensmittelmarkt könnte entstehen, an anderen Stellen weiten sich bestehende Betriebe aus.

Auffälligste Gestaltungselemente sind die Kreisel: an der Kreuzung nach Langendiebach und Rodenbach künden vier stählerne Wegweiser in bunten Farben und mit LED-Beleuchtung von den historischen Handelsrouten zwischen Frankfurt und Leipzig, der Hohen Straße und der Birkenhainer Straße. Am Eingang von Rückingen - das Ortsschild ist mit dem Umbau rund 800 Meter weiter nach Westen gerückt - pflegt das Landesdenkmalamt die Erinnerung an das Weltkulturerbe "Limes". Nur 200 Meter entfernt verlief der römische Grenzwall, und hinter den gewaltigen Hochhauskomplexen sind Reste des einstigen Kastells und Römerbades "Altenburg" zu sehen, Standort einer 500 Soldaten starke Kohorte. Am östlichen Ortseingang plätschert ein "Wasserwerkskreisel", nachdem ein Brunnengeschenk, im Volksmund "Fontano Prozzi" getauft, wiederholt zerstört wurde.

Rathauschef Erb lobte Planung, Zeitrahmen und das Kostenbudget. Obgleich noch immer 16 000 Autos täglich durch den Ort rollen, sei das Projekt ohne Straßensperrung realisiert worden. Die örtliche Lebensqualität erhöht sich laut Erb auch durch die Neuanbindung eines Gewerbegebietes, dessen Lieferverkehr bisher durch Wohnstraßen lief.

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