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Für kleine Kinder muss bis August genug Platz sein.
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Für kleine Kinder muss bis August genug Platz sein.

Main-Kinzig

Hoffen auf weniger Bedarf

Während Schöneck beim Kita-Ausbau kleckert, klotzt Niederdorfelden. Aber hier wie dort gilt: Am 1. August muss jedes Kind einen Hortplatz haben.

Von Christoph Süß

Im Schönecker Parlament sollte Donnerstagabend über die Kita-Gebühren diskutiert werden. Während das Defizit, das die Kommunen durch den Betrieb ihrer Kindertagesstätten jedes Jahr anhäufen, immer größer wird, treibt die meisten von ihnen derzeit ein einmaliges Ereignis um: Bis zum 1. August müssen sie trotz klammer Kassen allen Eltern einen Betreuungsplatz für ihr Kind unter drei Jahren anbieten.

Kreisschuldezernent Matthias Zach (Grüne), einst Bürgermeister der prosperierenden Kleingemeinde Niederdorfelden, in die viele Familien mit kleinen Kindern gezogen sind, hat in den vergangenen Wochen etliche Bewilligungsbescheide im Auftrag des Landes verteilt. Ohne die Finanzspritze aus Wiesbaden hätten die Kommunen die Investitionskosten für den Ausbau – in der Regel Anbauten an bestehenden Kitas – nicht aufbringen können.

Um Schöneck hat Zach einen Bogen gemacht: Die dortigen Abgeordneten hatten sich bereits vor Wochen gegen einen Neubau entschieden – trotz der nach einem zu späten ersten Bewerbungsanlauf zu Jahresbeginn in Aussicht gestellten zusätzlichen Landesmittel. Begründung: Trotz der Förderung durch das Land in Höhe von 750 000 Euro hätte die Gemeinde 850 000 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen.

Nur 20 statt 60 neue Plätze

Statt auf einen Neubau am Waldrand setzt die Kommune nun auf leerstehende Räume in einem katholischen Gemeindezentrum in Kilianstädten, die bis zum Sommer für Kleinkinder umgebaut werden. Von den Gesamtkosten in Höhe von gut 170000 Euro trägt das Land knapp die Hälfte. Angesichts der schwierigen Finanzlage von Schöneck entschieden sich die Parlamentarier für eine kleine Lösung: Statt der 60 im Neubau geplanten U3-Plätze werden nun lediglich 20 entstehen.

Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) vertraut darauf, dass die Kapazitäten dennoch vorerst reichen werden. Nachdem die ehemalige Kindergärtnerin im vergangenen Jahr in der Gemeinde das Zepter übernahm, hatte sie junge und werdende Eltern über deren Pläne in Sachen Kinderbetreuung befragen lassen. „Bei uns ist der Bedarf höher, als von der Bundesregierung angenommen“, sagt sie. In zwei Kitas wäre noch Platz für weitere Kleinkind-Gruppen, würden diese gebraucht.

Andere Kommunen, die finanziell sogar vergleichsweise noch schlechter als Schöneck dastehen, sind nicht so vorsichtig an die Pflichtaufgabe herangegangen: Bruchköbel hat bereits im vergangenen Jahr mehrere neue Anbauten an bestehende Kitas beendet. In Niederdorfelden wird ein alter Supermarkt für rund zwei Millionen Euro in ein Krippenhaus für mehrere Gruppen umgewandelt – einst das Lieblingsprojekt von Schuldezernent Zach, jetzt eine schwere finanzielle Last für seinen Nachfolger im Rathaus.

Während die Baukosten am Ende häufig höher liegen als geplant, steht der Landeszuschuss fest. Im Falle Niederdorfeldens liegt er bei lediglich 300000 Euro. Auch dort sollte gestern Abend im Parlament über eine Gebührenerhöhung beraten werden – andernfalls, so die Sorge der Grünen, drohe ein Qualitätsabbau bei der Kinderbetreuung.

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