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Hauptbahnhof Hanau

Höchste Eisenbahn

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der Hauptbahnhof in Hanau disqualifiziert sich eigentlich als ICE-Halt. Er muss endlich zum stufenlosen Bahnhof umgebaut werden - wie Nutzer das schon seit langem fordern.

Der Hanauer Hauptbahnhof ist nicht nur ein Sanierungs- und Modernisierungsfall, vielmehr auch ein beliebtes Profilierungsobjekt für Landes- und Bundespolitiker. Das haben nicht nur Katja Leikert und Heiko Kasseckert (beide CDU) entdeckt, sondern schon andere vor ihnen. Das Ergebnis dieser Fürsorge sehen Pendler täglich und das schon seit Jahrzehnten. Mal abgesehen von Kleinigkeiten hat sich dort rein nichts getan. Dabei geht es noch nicht einmal um schmuck gestaltete und blitzblank gefegte Bahnsteige, damit ICE-Fahrgäste einen positiven Eindruck von Hanau erhalten.

Jeder private Bauherr eines Gebäudes mit Publikumsverkehr ist angehalten, den Zugang barrierefrei zu gestalten, auch Wohnungen sollen quasi stufenfrei erreichbar sei. Nur für Bahnhöfe scheint es eine Ausnahmeregel zu geben. Dort geht es bei diesem Thema nicht, wie Leikert und Kasseckert meinen, nur um Alte, Behinderte und Kinderwagen. Schon vor knapp 20 Jahren hatte der Kreisbehindertenbeauftragte den Missstand angeprangert.

Es entsteht der Eindruck, dass Bahn und Politik glauben, Fernreisende treten die Fahrt wie die Pendler lediglich mit einer Akten- oder einer Handtasche an. Der Hanauer Bahnhof disqualifiziert sich mit seinen langen und steilen Treppen, über die schwere Koffer zu oder von den Reisezügen geschleppt werden müssen, eigentlich als ICE-Halt.

Der Umbau zum stufenlosen Bahnhof sollte daher nicht mehr lange ob des Gezerres um die Finanzierung herausgezögert werden. Sicherlich kann es schön sein, wenn die Bahnhofsfassade in frischer Farbe erstrahlt, Eisenteile entrostet, eine ordentliche Toilette installiert und Blumen den Vorplatz schmücken. Aber all dies ist nicht vorrangig.

Der Hanauer Hauptbahnhof wird auch mit allem hübschen Zierrat kaum an Aufenthaltsqualität gewinnen. Dazu hätten die Verantwortlichen in den 1960er Jahren ein ganz anderes Gebäude errichten müssen, zu dem es keinen Anlass gab. Damals herrschte offenbar der Gedanke, eine Station zu bauen, die von Tausenden Menschen schnell und mühelos frequentiert werden kann.

Dieser Gedanke muss bei einer Modernisierung konsequent aufgenommen werden, nur eben nach heutigen Maßstäben, die eigentlich schon von den Nutzern seit 20 Jahren eingefordert werden.

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