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Main-Kinzig-Kreis

Hochwasser-Alarm im Kinzigtal

Das Hochwasser kündigt sich schon an: Experten erwarten für Kinzig und Main starke Pegelanstiege am Wochenende.

Von Alexander Polaschek

"Im Kinzigtal ist für die kommenden Tage mit der Überflutung großer Flächen zu rechnen“, sagt Rainer Fuchs voraus. „Es könnte Hochwasser geben, wie wir es seit längerer Zeit nicht mehr hatten.“ Der Chef der Wasser-Abteilung im hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) erwartet jedoch nicht, dass die Pegel von Kinzig und Main kritische Marken erreichen wie zuletzt im Januar 2003. Damals drohten Hochwasserdämme zu brechen. Allein in Hanau waren über 1000 Helfer aufgeboten, um mit ungezählten Sandsäcken das Schlimmste abzuwenden.

Wie sehr die Kinzig und der Main in den nächsten Tagen anschwellen werden, ließ sich am Donnerstag für die Experten noch nicht sicher berechnen. Zwei Faktoren seien ausschlaggebend: „Wie schnell taut der Schnee und wie stark wird es regnen?“ Fuchs erwartet den höchsten Wasserstand am kommenden Dienstag. Voraussichtlich werde dann die zweite von drei Warnstufen erreicht, kein Grund zur Panik: „Das kommt des öfteren vor.“

Der Kinzigpegel in Gelnhausen zeigte am Donnerstag 1,2 Meter, was im Normalbereich liegt. Die Meldestufe 2 liegt bei 3,75 Meter. Meldestufe 3 ist mit 4,6 Metern erreicht. Zum Vergleich: Am 3. Januar 2003 wälzten sich 200 Kubikmeter Wasser in der Sekunde in Gelnhausen durch das Kinzigtal. Am Donnerstag waren es gerade mal acht Kubikmeter. Bis Montag könnten 120 Kubikmeter erreicht werden, schätzt Fuchs.

Angesichts der moderaten Prognose sehen die Verantwortlichen im Landratsamt auch keine Veranlassung für besondere Vorkehrungen. „Im Gefahrenabwehrzentrum herrscht Rufbereitschaft. Die Feuerwehren vor Ort sind erprobt und wissen, wo sie gegebenenfalls eingreifen müssen“, sagt Kreispressesprecher Lennart Meyer.

Gelassenheit herrscht auch im Hanauer Rathaus. „Nach Aussage unserer Fachleute rechnen wir mit einem Anstieg des Kinzig-Pegels in Hanau von maximal 1,30 Meter auf dann 3,30 Meter“, bekundet Pressesprecher Joachim Haas-Feldmann. „Das gibt keinen Anlass zur Sorge, denn es ist bis dato kein vom Main-Oberlauf zeitversetzt für Hanau nahendes Hochwasser zu erwarten.“ Erst in der Kombination aus Kinzig- und Main-Hochwasser könnte eine prekäre Lage entstehen. Dagegen spreche aber auch die Wetterlage: weniger Regen als zunächst avisiert, am Samstag sogar Sonnenschein und am Sonntag eher wieder niedrigere Temperaturen.

Die Hochwasserspitze soll die Talsperre des Wasserverbands Kinzig bei Bad Soden-Salmünster abfangen. In dem Staubecken ist noch reichlich Platz, wie Talsperrenwärter Rene Zuckrigl der Frankfurter Rundschau sagt. „Wir haben normalen Winterstau, 5,5 Meter Wasserhöhe, bis auf zwölf Meter dürfen wir aufstauen.“

Ein Problem sind allerdings die Kinzig-Zuflüsse Bracht, Reichenbach und Salz, die erst nach der Talsperre münden. „Diese Bäche bringen 40 bis 50 Prozent des Wassers im Unterlauf“, sagt Holger Scheffler, Geschäftsführer des Wasserverbands. Deshalb seien drei Rückhaltebecken geplant. „Damit lässt sich der Pegel in Hanau um zehn bis zwölf Zentimeter senken“, erwartet er. Bis 2014 soll das erste Becken bei Bad Soden-Salmünster fertig sein.

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