Main-Kinzig-Kreis

Historische Grenze wird  erlebbar gemacht

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Der mittlerweile verschwundene römische Grenzwall wird ausmarkiert. 

Über die Jahrhunderte ist der Limes, genauer der Obergermanisch-Raetische Limes, der sich auf 550 Kilometern von der Donau bis zum Rhein quer durch Deutschland zieht, auf weiten Abschnitten unsichtbar geworden. Auf 40 Kilometer Länge soll bis Ende Mai der römische Grenzwall, wo er nicht mehr vorhanden ist, wieder erkennbar gemacht werden. Der Main-Kinzig-Kreis und der Wetteraukreis legen hierzu als Radweg eine Regionalpark-Limesroute zwischen Großkrotzenburg (Main-Kinzig) und im Norden bis Echzell (Wetterau) an, beide Orte besitzen ein Limeszentrum. Bereits 2018 liefen auf dem Limesradweg Altenstadt-Echzell Vorarbeiten, der neu ausgeschildert und teilweise ausgebaut oder saniert wurde.

Dort, wo in der freien Landschaft die mancherorts mittlerweile auf Knie- bis Hüfthöhe geschrumpften Erdwälle verschwunden sind, sollen einzelne oder mehrere weiß lackierte Holzstelen den Wallverlauf nachstellen. In Waldgebieten werden Altbäume am Limes am Stamm auf bis zu 3,5 Meter Höhe weiß gestrichen. Zudem werden vereinzelt Baumreihen gesetzt. Vier so genannte Limesfenster auf der Strecke sollen den Besucherblick auf den Grenzverlauf fokussieren, teilt der Wetteraukreis mit. Die Planung für das Konzept wurde von Hessenarchäologie, einer Abteilung des Landesamts für Denkmalschutz, unterstützt und befürwortet, so der Kreis.

Wetteraukreis und Main-Kinzig-Kreis kooperieren mit der Regionalpark RheinMain-Dachgesellschaft, um die Trägerschaft der neuen Regionalpark-Route für ihr Territorium zu übernehmen. Bei der Bauausschreibung liegt die Federführung beim Wetteraukreis. Die Kosten für die Visualisierung der Grenze belaufen sich für den Wetteraukreis auf rund 32 000 Euro, der Main-Kinzig-Kreis zahlt 34 000 Euro. Der Preis für die Limesfenster steht noch nicht fest, weil die Auftragsvergabe später erfolgt, heißt es. Die Regionalpark RheinMain GmbH übernimmt zwei Drittel der Kosten.

Der Limes wurde als Bodendenkmal 2005 von der Unesco in die Liste der Weltkulturstätten aufgenommen. Gebaut wurde der Limes im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. und bestand vorwiegend aus Graben, Wall und stellenweisen Palisadenzaun, begleitet von Kastellen und Hunderten Wachtürmen. Die Forschung geht nicht von einer militärischen sondern von einer überwachten Wirtschaftsgrenze aus.

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