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Garderobe in einer Kita. (Symbolbild)

Kriminalität

Hessen: Verdacht auf sexuellen Missbrauch in Kita

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Die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt in Bruchköbel nach einer Anzeige der Eltern.

In einer städtischen Kindertagesstätte in Bruchköbel soll eine Erziehungsperson Kinder sexuell missbraucht haben. Die Person habe Situationen ausgenutzt, in der sie allein mit den Opfern war, so der Verdacht. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau haben die Eltern Anzeige erstattet. Ein mutmaßlicher Übergriff soll im November 2018 verübt worden sein.

Oberstaatsanwalt Dominik Mies, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, teilt auf FR-Anfrage lediglich mit, dass in dem Fall ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Weitere Angaben mache er nicht, um die Beteiligten zu schützen und aufgrund der nach wie vor geltenden Unschuldsvermutung.

Daniel Weber, persönlicher Referent von Bürgermeister Günter Maibach (CDU) und seit Ende 2018 verantwortlich für die Kitas, bestätigt den Verdacht. Die Stadt habe davon erfahren, als die Person die Kita-Leitung darüber informiert habe, dass es bei ihr eine Hausdurchsuchung gab. Dabei wurden unter anderem Datenträger sichergestellt, die auf kinderpornografisches Material geprüft werden sollten.

Kündigungsverfahren läuft

Die Stadt Bruchköbel habe erst entschieden, die verdächtige Person, die den Vorwurf offenbar zurückweist, „mit sofortiger Wirkung freizustellen, bis die Sache aufgeklärt ist“. Dann wurde Akteneinsicht beantragt und schließlich genommen. Die Konsequenz: Die Stadt eröffnete ein Kündigungsverfahren. Auch Weber betont, dass die Unschuldsvermutung gilt. Nichtsdestotrotz sei das Vertrauensverhältnis gestört und keine Basis für eine Zusammenarbeit mehr vorhanden. Hinweise auf weitere mögliche Missbrauchsfälle – sowohl aktuelle als auch vergangene – habe die Stadt bislang nicht erhalten, sagt Weber. Nach seinen Angaben werden in den acht städtischen Kitas 700 Kinder betreut.

Der Fachdienst und die Führung der Einrichtung hätten den Fall intern aufgearbeitet und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die anderen Mitarbeiter keine Schuld treffe. Der Elternbeirat sei einbezogen worden. Später wurde bei einem Elternabend über die Vorwürfe informiert, bei dem auch Vertreter der „Lawine“, einer Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt, berieten und Unterstützung anboten. In den Kitas werde viel Prävention geleistet, etwa durch Schulungen und offen gestaltete Räume, so Weber. Er verspricht „größtmögliche Transparenz“ und Hilfe bei der Aufklärung.

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