Nach drei Monaten Sanierung räumten gestern die Handwerker die Tiefgarage unter dem Marktplatz für die Autofahrer.
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Nach drei Monaten Sanierung räumten gestern die Handwerker die Tiefgarage unter dem Marktplatz für die Autofahrer.

Tiefgarage unter dem Marktpaltz

Heller und breiter

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Tiefgarage unter dem Marktplatz ist nach der Sanierung wieder eröffnet - Den Parkenden erwartet eine optische wie räumliche Überraschung – aber auch eine am Kassenautomaten. Das unterirdische Parken zur Tageshauptzeit verteuert sich im Vergleich zu vorher um mehr als 30 Prozent.

Die Tiefgarage unter dem Marktplatz ist nach der Sanierung wieder eröffnet - Den Parkenden erwartet eine optische wie räumliche Überraschung – aber auch eine am Kassenautomaten. Das unterirdische Parken zur Tageshauptzeit verteuert sich im Vergleich zu vorher um mehr als 30 Prozent.

Schöner Parken ist jetzt unter dem Marktplatz möglich. Die knapp 50 Jahre alte Tiefgarage ist gestern nach rund drei Monaten Sanierung wieder eröffnet worden. Den Nutzer erwartet eine optische wie räumliche Überraschung – aber auch eine am Kassenautomaten. Das unterirdische Parken zur Tageshauptzeit verteuert sich im Vergleich zu vorher um mehr als 30 Prozent.

Der Boden erstrahlt in hellem Grau, flächig schwarz markiert sind die nun üppig dimensionierten Stellplätze, Wände und Betonsäulen zeigen sich in frischem Weiß, letztere Bauelemente besitzen auf Türhöhe eine quietschgelbe Banderole, ungepolstert.
Vielleicht braucht es weniger Polsterung, weil mit der neuen Farbe und der Betoninstandsetzung die Parkrichtung um 90 Grad gedreht worden ist. Damit sollen nicht nur weniger Säulen in den Parkreihen stehen. Die neue Anordnung ermöglicht auch breitere Parkbuchten, informiert die Stadt. Alle Stellplätze sind mindestens 2,50 Meter breit, was jedoch auf Kosten der Gesamtkapazität geht. Eine Breite, die Automobilclubs – bundesweit – schon lange wegen der voluminöseren Autos fordern. Zur Zeit der Ersteröffnung der Garage im Jahr 1965 hingegen galten Parklücken von 2,15 bis 2,30 Meter noch als ziemlich komfortabel.

Grund für die Sanierung waren die laut Hanau Infrastruktur Service (HIS) erheblichen Schäden am Beton und dem Eisengeflecht darin. Streusalz und Wasser, das mit den Autos in die Tiefgarage gebracht wurde, haben den Rostfraß gefördert, der in den Wänden und den einhundert Säulen bis zu 60 Zentimeter hoch gekrochen sein soll und dort den Beton abplatzen ließ. Zudem ist der Brandschutz auf einen aktuellen Stand gebracht worden sowie zwei weitere Zugänge und ein Aufzug eingebaut worden. Die Kosten werden von der HIS mit 4,9 Millionen Euro angebenen. Der städtische Betrieb bezahlt auch die Rechnung.

Sein Auto unter dem Marktplatz abzustellen, galt bislang als teuerste Parkmöglichkeit im Zentrum. Den Ruf wird die Tiefgarage, die von der städtischen Parkhausgesellschaft betrieben wird, auch künftig nicht los werden. Die kleinste Zeiteinheit zwischen 8 und 19 Uhr betrug 17 Minuten und kostete 50 Cent, nun sind es 15 Minuten und 60 Cent. Vermutlich wird mit dem Preisaufschlag der Wegfall von 33 Stellplätzen kompensiert. Nunmehr passen 192 Fahrzeuge in den eingeschossigen Keller.

Keinen Platz mehr gibt es für Velos. Über den Grund machte die Stadt ebenfalls keine Angaben. Von Ulrich Klee, Vorsitzender des ADFC in Hanau, war jedoch zu erfahren, dass den Stellplätze nicht nachzutrauern sei. Sie seien nicht gut angenommen worden. „Für die Leute ist es wenig praktisch, das Fahrrad in der Tiefgarage abzustellen.“ Gleichwohl berichtet Klee: „Dort stand das Fahrrad am sichersten in Hanau, weil der Pförtner immer einen Blick darauf hatte.“

Ganz fertig ist die Tiefgarage mit der Eröffnung nicht. An den Toiletten wird über die nächsten Tage noch gearbeitet. Behinderten-WC und Hanau-Ansichten an der nördlichen Garagenwand kommen aber erst in 2014, ebenso eine Ladestation für Elektro-Autos. Der Strom daraus soll vorerst kostenlos abgegeben werden. Ob der Null-Tarif für diese Fahrzeuge auch beim Parken gilt, ist derzeit offen.

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