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Hanau-Steinheim

Hellenbach soll renaturiert werden

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das Konzept für die Renaturierung des Hellenbach in Steinheim sieht Erlebniszonen und Maßnahmen für weniger Schmutz im Altmain vor. Die Fischerzunft fordert weitere Taten.

Der Steinheimer Hellenbach soll noch in diesem Jahr renaturiert werden – zumindest gibt es nunmehr ein Konzept, das jüngst von Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) im Ortsbeirat vorgestellt wurde. Die Fischerzunft begrüßt das Vorhaben, fordert aber weitere Taten, damit der Altmain, in den der Hellenbach mündet, wieder von Fischen als Laichplatz angenommen wird.

Bereits vor vier Jahren war der Hellenbach Streitthema zwischen Politikern der Stadt und den Steinheimer Fischern. Laut einiger Gutachten soll der Bach erheblich zur Verschmutzung des Altmains unterhalb der Bundesstraße 43 beitragen. Dies geschieht zwar weniger unter Normalbedingungen. Aber bei Regen läuft das Abwasser in das ehemalige Klärwerk und von dort ungereinigt in den Hellenbach. Die Lösung besteht nun darin, dass das Regen-Abwasser-Gemisch in einem separaten Rohr zum Hochwasserhebewerk geleitet wird. Engmaschige Rechen sollen zudem Feststoffe wie Klopapier zurückhalten. Auf den Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service sollen allein hierfür Kosten in Höhe von einer Million Euro zukommen.

Die Renaturierung soll hauptsächlich auf dem 1,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Regenüberlaufbecken und Hochwasserpumpwerk erfolgen. Ufer- und Sohlebefestigungen werden weitgehend entfernt. Außerdem hat das beauftragte Planungsbüro BGS Wasser aus Darmstadt die Verbesserung der Strömung in das Konzept geschrieben. Wegen seines geringen Gefälles von weniger als einem halben Meter plätschert der Bach zu gemächlich bei normalem Wasserstand. Ferner sind Flachwasserzonen als Gewässererlebnisplätze geplant. Die sind auch für die Mündung des Hellenbachs in den Altmain vorgesehen. Zurzeit fließt der Bach aus Rohren in den Main. Künftig wird er sich dort in einem natürlichen Delta ausbreiten. Dort soll sich ein Nahrungsgebiet für Watvögel sowie ein Brut- und Aufzuchthabitat für Fische entwickeln, heißt es von den Planern.

Für die Renaturierung des Bachs könne die Stadt Hanau einen Zuschuss von bis zu 85 Prozent erwarten, so Kowol. Die Ausgaben für den Bypass will Hanau Infrastruktur Service über die Gebühreneinnahmen finanzieren.

„Die Renaturierung des Hellenbachs ist ein erster Schritt, den Altmain-Arm wieder zu einem Laichgebiet zu machen“, sagt Olaf Adam, Vorsitzender der Steinheimer Fischerzunft auf Anfrage der FR. Vor mehr als 20 Jahren sei diese Funktion verloren gegangen, weil der alte Mainbogen seit seiner Schließung in den 1970er Jahren zu einem stehenden Gewässer geworden sei, das stark verschmutzt sei. Die einstige Tiefe von mehr als sechs Metern habe sich halbiert, so Adam. Der heutige Flussgrund ist mit einer mehr als zwei Meter tiefen Schlammschicht bedeckt. Sie sei auch über den Hellenbach eingetragen worden. Der Morast beeinträchtigt laut Adam nicht nur die Wasserqualität, sondern führt ebenso zu Methanausgasungen.

„Die Fischerzunft hat sich damals gegen eine Schließung des Altmains ausgesprochen. Das Wasserschifffahrtsamt sah indes das Problem einer gefährlichen Querströmung für Schiffe“, so Adam. Bei der Aschaffenburger Behörde habe es inzwischen einen Meinungswandel gegeben. Einer Öffnung der östlichen Seite stehe nun nichts mehr im Weg.

Ungeklärt sei jedoch, wer für die mutmaßlich immensen Kosten aufkommen solle. Einen Betrag konnte Olaf Adam nicht nennen. Allein das Ausbaggern des metertiefen Schlamms werde eine sehr hohe Summe kosten. Auch gibt es laut Adam keine genaueren Überlegungen, wie der Durchstich hergestellt werden könnte. Die Halbinsel, die mit der Altmainschließung entstanden sei, sei in Privatbesitz. Somit müsse eine Zufahrt geschaffen werden. Die benötigen auch Radler und Spaziergänger. Um auf die Brücke für die Bundesstraße 43 zu gelangen, müssen sie einen Weg auf der Landzunge nutzen.

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